Von 40 auf 32 Wochenarbeitsstunden bei vollem Gehalt – ein Experiment

Frage: Was ist besser als “von 0 auf 100 in 3 Sekunden”?

Antwort: “Von 40 auf 32 in einem Tag”!

Der 30. Juli markierte den letzten Tag, den einhorn Mitarbeiter*innen in einer 40 Stundenwoche arbeiteten. Seit 1. Juli gelten 32 Stunden als Vollzeit. Die jeweiligen Vollzeitgehälter bleiben gleich und werden nicht nach unten angepasst. Somit ist ab sofort eine 4-Tage-Woche bei einer Tagesarbeitszeit von 8 Stunden möglich.

Ist die 5-Tage Woche noch zeitgemäß?

Die 5-Tage Woche ist eine Erfindung aus dem Jahre 1908 und wurde 1930 flächendeckend eingeführt. Unschwer zu erkennen, dass sie aus einer anderen Zeit stammt, die keine Digitalisierung kannte und klassische Familienmodelle als Standard ansah. Ungefähr 100 Jahre später finden wir uns in einer Welt wieder, in der Familien oft doppelte Erwerbstätigkeit und Care-Arbeit stemmen müssen. Aber auch ohne Care-Arbeit bleibt wenig Zeit für Hobbies, ehrenamtliches Engagement und persönliche Weiterentwicklung. Dabei gibt uns die Digitalisierung alle Möglichkeiten frei, selbstbestimmt und tatsächlich auch ein bisschen weniger zu arbeiten.

Arbeit bei einhorn – alles andere als klassisch

Unlimitierte Urlaubstage, keine Chefs und demokratische Gehälter. Im “Experimentierlabor einhorn” hatten wir schon immer das Glück freie Arbeitsgestaltung leben zu dürfen. Nur die klassische 40-Stundenwoche in 5 Arbeitstagen blieb, wie ein Relikt aus Urzeiten, an uns hängen. Zumindest an manchen von uns… Denn bereits vor Einführung der 32 Stunden als neue Vollzeit, arbeiteten bereits rund 50% des einhorn-Teams in unterschiedlichsten Teilzeitmodellen, auf eigenen Wunsch. Ein klares Zeichen, dass sich das Team von der klassischen 40-Stundenwoche weg bewegte, die eigentlich so nicht mehr zu uns passte.

Wie funktioniert die 32 Stundenwoche ab sofort?

Statt bisher 40 Stunden werden ab sofort 32 Stunden als neue Vollzeit definiert. Wie die 32 Stunden verteilt werden ist den einzelnen einhörnern und den jeweiligen Bereichen selbst überlassen. Ein 3-Tages Wochenende wird so ebenso möglich, wie ein freier Tag in der Mitte der Woche oder generell verkürzte Arbeitstage. Jede*r darf selbst und frei entscheiden, wie er die eigene Zeit strukturiert. Einzige Bedingung: Transparenz, z.B. über Kalender oder Slack-Status. Einen Zeitraum von 6 Monaten haben wir als besondere Testphase definiert. In dieser Zeit wollen wir die gemeinsame Zusammenarbeit testen und reflektieren welche Schwierigkeiten aufgetreten sind oder was uns besonders gut getan hat. Der einhorn-Peoplerat wird den Prozess begleiten und dabei helfen in die neue Arbeitszeit zu finden, Konflikte und Probleme zu identifizieren und eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Alle glücklich und das war es dann?

Alles glücklichere einhörner jetzt? Hoffentlich! Gleichzeitig erhoffen wir uns neben gesteigertem Well-Being einen besseren Fokus auf unsere Themen, mehr Wirksamkeit und mehr Energie um unsere Projekte erfolgreich zu verfolgen. Wir sind der Überzeugung, dass sie uns sogar mehr unternehmerische Kraft verleihen kann. Gleichzeitig soll der Wechsel in die 32-Stunde nicht das Ende für uns sein. Vielmehr wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was Arbeit überhaupt bedeutet und ob sich nicht ein völlig neues System für Arbeit finden lässt, statt das alte System zu überarbeiten.

Anmerkungen und Fragen? Wir freuen uns auf euren Input in den Kommentaren!

Illustration von Sandra Bayer – https://sandra-bayer.de/


2 replies on “Von 40 auf 32 Wochenarbeitsstunden bei vollem Gehalt – ein Experiment

  • Manger

    Hallo, Ihr lieben Einhörner,
    wurde durch die Sendung im ZDF/Plan b
    auf euch aufmerksam und bin auf eurer Homepage gelandet.Prima Idee: von 40 auf 32 Stunden, bei vollem Gehalt.
    Neu ist euer Experiment nicht.
    Ich habe in den 90ern so gearbeitet (als Erzieherin/KiTa-Leiterin)Es funktioniert.
    Die Work-Life Balance /Mentale Gesundheit ist wichtiger denn je.
    Und sind wir doch Mal ehrlich und wer hat nicht schon nach Feierabend etwas für “seine Firma” erledigt/zusätzlich gearbeitet. Im wohlwollenden Schnitt fünf Stunden die Woche. Bei einer 40 Stunden Woche arbeite ich dann (uuups)
    45Stunden. Physisch und psychisch noch gesund? Wohl kaum. Der Arbeitgeber wird krank und fällt für seinen Betrieb öfter aus oder er kündigt seinen Job.
    Mit diesem Model kann ich Arbeitnehmer an mein Unternehmen binden. Als Mutter muss ich nicht mehr in Teilzeit arbeiten.
    Mit einer 32Stundenwoche ist dies zu leisten und Du denkst nicht mit Bauchschmerzen an deine Rente. Väter können und wollen bestimmt auch mehr Carearbeit übernehmen.
    Tolles (altes) Experiment.
    Liebe Grüße
    Perpetua
    Eine 42Stunden in der Woche arbeiten wird den Fachkräftemangel nicht beheben.
    Wünsche euch weiterhin viel Erfolg.

    Antworten

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