CEO-Tausch Fazit: Ottakring steht Kopf

Bier gegen Kondome – das Fazit danach

Von heute auf morgen zehnmal so viele Mitarbeiter führen und den 90-fachen Umsatz verwalte? Das wäre sicher ein Panik-Moment für viele Jungunternehmer. Einhorn-CEU (Chief Executive Unicorn) Philip Siefer hat’s trotzdem gemacht.

In einer Woche CEO-Tausch hieß es für ihn: Kondome gegen Bier. Dafür ist er nach Wien gereist und hat mit Matthias Ortner, CEO der Ottakringer Brauerei, den Chefsessel getauscht.

Sein klares Ziel:

Make magic happen, oder auch richtig auf die Ka**e hauen!

Das hätte natürlich ganz schön nach hinten losgehen können: “Ich hatte ja keine Ahnung. Es hätte ja sein können, dass die mir alle nen Vogel zeigen und sagen „Hau ab, du Piefke“. Doch schon in den ersten Teammeetings bekommt Philip  positives Feedback.

Wie motiviert und vor allem beweglich die Mitarbeiter wirklich sind, stellt er mit seiner ersten Amtshandlung auf die Probe:  Er will ein neues Team-Photo mit der kompletten Belegschaft. Nur zwei Stunden haben sie Zeit – doch die Mitarbeiter kommen und zeigen damit ganz klar: Der Tausch-CEO wird akzeptiert.

 

Die Brauerei steht plötzlich Kopf – für das Tagesgeschäft haben die Mitarbeiter kaum noch Zeit und nehmen sogar Überstunden in Kauf. Doch die Arbeit zahlt sich am Ende der Woche aus: Insgesamt 15 neue Projekte entstehen, DM und Amazon werden neue Kunden und das Team wächst nicht nur zusammen – sondern auch völlig über sich hinaus.

Auch für Philip Siefer selbst ist der Tausch eine völlig neue Erfahrung: “Es war unglaublich, wie dieses Team Gas gegeben hat und wie viel wir in kurzer Zeit mit so einer großen Mannschaft umsetzen konnten.”

Doch wie war das möglich?

 

Die Ansätze:

Meetings in Bewegung

Meetings finden plötzlich dort statt, wo die Seele der Brauerei liegt: In den Produktionshallen, im Sudhaus, im Gärkeller oder auf dem Dach. Der Ansatz dahinter: Siefer ist überzeugt, dass Ideen Bewegung und äußere Einflüsse brauchen.

 

Das Zitat der Woche eines alteingesessenen Mitarbeiters zum Vorstand:

“Es ist nichts mehr unmöglich”

Bei diesem MItarbeiter hatte Philip schnell erreicht, was er für die gesamte Firma vorhatte: Scheuklappen ablegen. Auf den Satz “Das machen wir schon immer so” reagiert er allergisch: “Das ist kein Grund, sondern eine Ausrede, weil man sich nichts neues überlegen möchte!”

 

Inhouse-Design: Ideen erwachen erst zum Leben durch Visualisierung”

Das Design der bisher immer gleich aussehenden Dosen und Flaschen bekommt eine Rundumerneuerung. Umgesetzt von den Designern bei Einhorn. Der Grund: „Ich habe sehr gute Erfahrung mit Inhouse-Künstlern, Grafikern und überhaupt Design gemacht. Einmal gezeichnet, rücken viele zuerst verrückte Ideen in ein verstehbares Licht. Ich wollte in Ottakring Produkte entwickeln, die den Leuten nicht nur schmecken, sondern die sie unbedingt haben wollen.“, so Philip dazu.

 

Auf Eigenverantwortung setzen:  “Wenn man seine Mitarbeiter wie Erwachsene behandelt, dann benehmen sie sich auch so!”

Zur Produktentwicklung mischt er die Teams und lässt die Mitarbeiter gemeinsam an neuen Ideen arbeiten. Auch das gab es bei Ottakringer bislang selten. Arbeit wird nach Interessen und Begeisterung  ausgewählt, nicht unbedingt nach Qualifikation. Auch das hat die Mitarbeiter motiviert und zu den super Ergebnissen geführt.

 

Kultur statt Struktur – Pull statt Push

Die Brauerei soll ein Ort der Vision werden, ein Magnet des 16ten Bezirks in und von ganz Wien. Gäste sollen kommen und sich anstecken lassen vom Geist der Ottakringer Brauerei.

Philips Herzensprojekt um diesen Geist zu erwecken: Der Ausbau des Dachs der Brauerei, von dem man über ganz Wien schauen kann. Er ist überzeugt, dass ein Dach mit solch einer Aussicht für die Mitarbeiter offen sein muss. Hier können sie über den Tellerrand schauen und noch viel mehr: Ihre Firmenkultur gemeinsam leben. Kultur, die in Philips Augen viel wichtiger für die Motivation und Identifikation im Team ist als Struktur.

 

Wenn jemand zu Dir sagt: “das geht nicht”, dann weiß er offenbar nicht wie es geht, frag jemand anderen!

Philips Tauschwoche hätte keine besser zusammenfassen können, als Christiane Wenkheim. Sie ist die Vertreterin der Haupteigentümerfamilie der Ottakringer Brauerei und Aufsichtsratsvorsitzende:

„Du hast einfach alles auf den Kopf gestellt. Und uns gezeigt, dass viel mehr möglich ist und dass wir einfach mutiger sein dürfen und können. Und dass wir einfach querdenken sollen. Und dass wir nicht so viel Obrigkeitshören brauchen in dieser Firma. Und Dinge einfach machen. Und demokratischer und einfach mutiger sind. Und ich find das einfach geil.“

So sieht sowas aus!

 

Hier bekommst du mehr Einblicke zum CEO Tausch #1!

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