Massentierhaltung von Einhörnern und CO2 Kompensation

Erschütternde News über CO2 und andere Treibhausgase in der Massentierhaltung von Rindern machen schon lange die Runde… aber Einhörner? Diese zarten, sanften, vor Feenstaub glitzernden Geschöpfe sollen ebenfalls derartige Gase freisetzen? Würde ich es nicht mit eigenen Augen sehen, ich würde es nicht glauben…

 

Aber vorerst ein kurzer Exkurs. Ich – Louisa, neue Praktikantin im Fairstainability Team – bekam die Mission, einen Blogartikel zu verfassen zum Thema Kompensation von Treibhausgasen bei einhorn. Waldemars Aussage dazu: „Schreib einfach wie du willst, lass dich gehen, mach dich locker, schreib als hättest du einen zu viel gehoben oder mach ganz was anderes.“ Meine Fragen dazu: ”Wo bleiben die klaren Ansagen, die SEO Vorgaben, die einhorny Richtlinien fürs Verfassen von Texten?”

Ich merkte schnell, als praktikantisches Jungtier bei einhorn ist es gar nicht mal so easy peasy. Plötzlich heißt es, selbst denken, selbst handeln und sich selbst frei machen von dem Gedanken der Unfreiheit. Puh leichte Überforderung. Sonst war das Mantra doch allzu oft in Schule, Uni und Beruf „den Anweisungen folgen, dann wird dir großes Glück zuteil“. Aber nichts da. Das einzige, was ich hier bekommen habe: Eine Einführung in das Thema und den Vorschlag, dass ich den Artikel vielleicht so schreiben könnte, dass ihn irgendwer liest…Vielleicht sogar mit ein bisschen Vergnügen, aber wenigstens mit einem neutralen Gesicht. Nun gut ich probier mein Glück, lass die Gehirnmassen ziellos schwabbeln und die Finger wild auf den Tasten tanzen…

Achtung es geht los, ein Text zur Kompensation von Treibhausgasen…

Treibhausgase… Was kommt dir bei diesem Wort in den Kopf? Vielleicht Kohlenstoffdioxid? Das wäre für den Anfang zumindest gar nicht mal so schlecht. Daran könnten wir anknüpfen. Methan und Lachgas zählen beispielsweise auch noch dazu. Nicht nur Kohlekraftwerke und Rinderzucht produzieren CO2, sondern auch 20 auf einer Bürofläche zusammengeferchte Einhörner…

Aber gehen wir über zu den Hard Facts. An einem einzigen Tag produzierst du (und auch ich) als in Deutschland lebender Mensch etwa 24 Kilogramm CO2! 24 Kiloooo, das ist so schwer wie sieben Babys, die du auf ein Mal im Arm hältst. Im Jahr sind es dann schon über 2666, also etwa 8,8 Tonnen pure CO2 Babymasse, die du frisch in die Welt gesetzt hast. Verrückt.

Wir bei einhorn können uns zusätzlich zu unserem privaten Verbrauch noch weitere 240 000 kg Treibhausgase aufs Konto schreiben. Huijuijui. Zwar achten wir schon auf Vieles, arbeiten monatelang an nachhaltigen Produktverpackungen, zahlen für Ökostrom, verschicken eure Päckchen CO2-neutral, meiden unnötige Stationen in der Lieferkette und und und… trotzdem läppert es sich.

Wo kommen nun all diese Schmutzigkeiten her?

Etwa 40 % unserer persönlichen Emissionen entstehen durch unsere Ernährung und unseren Konsum. Das nenn ich mal ein Nümmerchen. Jetzt soll nochmal jemand sagen, unser individuelles Verhalten macht keinen Unterschied.

 

Bei einhorn emtstehen etwa 40 % der Treibhausgase durch die Produktion unserer Kondome. Überraschend ist, was mit etwa 25 % an nächster Stelle folgt. Es sind die Emissionen, die nach dem großen feuchtfröhlichen Freudenfeuer anfallen und darauf zurückzuführen sind, wie die benutzten Kondome und Verpackungen entsorgt werden. Wer hätte es geglaubt, aber es macht tatsächlich einen riesen Unterschied, ob und in wie viel extra Klopapier du deine und wir unsere benutzten Überzieher einwickeln, bevor sie im Mülleimer landen.

©giphy

Auch Verkauf und Transport und weitere Büroaktivitäten inkl. Reisen sind kleine Schmutzfinke. Zwar sind die fliegenden Teppiche direkt im Innenhof geparkt, manchmal ist aber eben doch das Flugzeug von Nöten (Wenn ihr dabei seid, umweltfreundliche futuristische Fluggeräte zu entwickeln, meldet euch umgehend).Die wenigsten Abgase fallen direkt auf der Plantage und bei der Latexaufbereitung an.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Kohlenstoffdioxid und Co sind nicht per se schlecht. Du erinnerst dich: Sonne + Wasser + C02 → Photosynthese → O2 + Glukose → Leben auf unserem Planeten. Doof wirds nur, wenn wir zu viel Treibhausgase in der Atmosphäre haben und nicht genug Pflanzen, um sie zu speichern und umzuwandeln.

Also, was könnnen wir bei einhorn nun tun…?

Nach langer Suche nach einem geeigneten Projekt, sind wir vom Fairstainability Team fündig geworden. Letztendlich haben wir uns für das Aufforstungsprojekt der Land Life Company  entschieden, 5000 Euronen in die Hand genommen und Bäume verschiedenster Arten pflanzen lassen. Aber nicht irgendwo, sondern in der größten menschengemachten Wüste Europas im Norden von Spanien. In der staubtrockenen Region ist die Erde so trocken und nährstoffarm, dass kaum ein junges Pflänzchen von alleine Fuß fassen kann. Das könnnte natürlich irgendwie ein Problem darstellen, wenn es der Plan ist, dort fast 1500 Bäume hinzusetzen…Hmmmm

Doch die schlauen Köpfe des Landlife Projects sind gewitzt und haben sich überlegt, den frisch gepflanzten Wurzelballen im Wüstenboden durch einen biologisch abbaubaren Kokon zu schützen. Er schließt sich wie ein Topf mit Deckel um den Wurzelballen der Pflanze und bewahrt sie in dem kritischen ersten Jahr vor Austrocknung und dem Verlust von Nährstoffen. So überleben auch ohne eine permanente künstliche Bewässerung 90 % der gepflanzten Bäumchen. Der Kokon löst sich dann, nach vollbrachter Tat in Luft beziehungsweise Erde auf.

©landlifecompany

Und was kannst du privat tun..?

Wir wärs, wenn ich dir jetzt floskelartig folgendes aufzähle: Du solltest Strom sparen, das Fliegen mit dem Flugzeug vermeiden, so wenig Fleisch wie möglich essen, nachhaltige Produkte kaufen, insgesamt wenig konsumieren, blabliblub. Ich nehme mal an, vieles davon weißt du selbst. Lass uns doch mal konkreter werden. Ein erster Anstoß zum Thema Fliegen:

Auf dieser Seite siehst du Flug und Bahnfahrt bezogen auf konkrete Routen im Vergleich. Pauschal kannst du dir merken: Strecken innerhalb Deutschlands zu fliegen macht den Kohl etwa 10 Mal so fett, wie wenn du die Bahn nehmen würdest. Also sei mal ganz verrückt, zieh dir dein bestes Sonntagsoutfit an und genieße eine gepflegte Urlaubsfahrt mit der Eisenbahn, z.B. mit einem Interrail Ticket. Ich bin so vor ein paar Jahren für ca. 1000 € mit allem drum und dran einen Monat lang durch Europa gereist und kann es nur wärmstens empfehlen. Besonders, wenn ich daran denke, wieviele tolle Erfahrungen und Begegnungen mir auf dem Weg sonst entgangen wären, wäre ich einfach nur hier ins Flugzeug gestiegen und am anderen Ende der Welt wieder ausgestiegen. Jaja liebe Freunde und Freundinnen, irgendwie bleibt es doch dabei: Der Weg ist das Ziel.

Wenn es doch mal der Flieger sein muss: Bei myclimate oder atmosfair kannst du berechnen, wie viel CO2 bei deinem Flug freigesetzt wird und die Menge durch verschiedene Kompensations-Projekte ausgleichen lassen.

End of Story

Also wir sind völlig aus dem Häuschen, was unseren nun wachsenden einhorn Wald angeht. Durch das Kompensationprojekt können wir 1,5 Hektar Land (etwa zwei Fußballfelder) bepflanzen, auf dem die Natur normalerweise von alleine nicht zurückkommt. Schon ziemlich nice, dass es solche Optionen gibt! Aber das größere Ziel ist und bleibt natürlich, von Anfang an so wenig Treibhausgase und andere Schweinerein wie möglich in unserer lieben Atmosphäre abzuladen.

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