Wenn einhörner die Herde verlassen…

Dass der Zeitpunkt irgendwann kommen würde, war klar. Aber trotzdem ist es eine ungewohnte Situation für uns. Seit wir vor etwas über 2 Jahren mit unserer magischen Mission gestartet sind, haben wir ganz viele tolle einhörner für unsere Reise gewinnen können. So dass unsere kleine Herde auf 18 Mitglieder angewachsen ist.

Als wir anfingen mit allen möglichen neuen Arbeitskonzepten wie holocracy & co. bewusst und unbewusst zu experimentieren: Also u.a. das Gehalt frei bestimmen zu lassen, Urlaub unlimited und vor allem unterschrieben, dass kein Teammitglied mehr weisungsbefugt ist, ahnten wir schon, dass es nicht für alle leicht wird. Bei Zappos nutzten z.B. nach Einführung von holocracy 14% der Mitarbeiter das Abfindungsangebot und verließen die Firma.

Grundsätzlich halte ich die Art und Weise, wie man sich trennt für einen der besten Indikatoren, ob man das ganze „New Work“ Gequatsche wirklich lebt oder nur PR betreibt.

Wenn jmd das Unternehmen verlässt, ist es nie schön. Zumindest in meinen früheren Firmen zeigte sich bei diesem Ereignis immer, welche Art Firmen-Kultur man tatsächlich hat. In den meisten Trennungsfällen, zumindest aus meiner Erfahrung, sind viele verletzte Gefühle im Spiel und man trennt sich eher mit bad feelings auf beiden Seiten.

So stand er also an, der erste Lackmustest für die einhorny Firmenkultur…

Als die Whatsapp Nachricht eintraf, ob man mal dringend reden könnte, ahnte ich direkt worum es geht. Wir verabredeten uns  mit Philip und unserem Weltmeisterhorn Gino für den nächsten Tag im Cafe.

Was dann folgte, habe ich so noch nie erlebt. Gino hatte schon die letzten Monate immer wieder mit den neuen Arbeitskonzepten gehadert und immer wieder gezweifelt, ob dieser Weg zurzeit für ihn der richtige ist.

Er liebt einhorn und unsere Mission aber er will auch wissen, wie es ist einen Range Rover zu fahren. Er will irgendwann ein Häuschen in Griechenland haben und er will vor allem festere Strukturen und Hierarchien ausprobieren. Keiner dieser Wünsche können wir ihm übelnehmen. Viele dieser Wünsche und Erfahrungen haben wir ja schon selbst in früheren Zeiten gehabt und gelebt.

Es gehört eine Menge Mut dazu all das für sich anzuerkennen, zu kommunizieren und dann auch die Konsequenzen zu ziehen und dann zu kündigen, weil man sonst seinem geliebten einhorn schadet. Und das alles ohne Sicherheitsseil. Denn wie sonst üblich, hat er noch keinen neuen Arbeitsvertrag.

Wir lagen uns also mit Tränchen im Auge in den Armen und wussten, dass es richtig ist, auch wenn es weh tut. Denn wir haben Gino, wie alle in unserer Herde, mächtig lieb gewonnen und wollen ihn eigentlich nicht gehen lassen.

Wir haben ihm sofort einen unterschriebenen Arbeitsvertrag nach einem Jahr angeboten, damit er weiß, dass er jederzeit zurückkommen kann (kommt er schon nach 6 Monaten zurück, muss er die restlichen 6 Monate eine Eselsmütze tragen 😉

Außerdem wollen wir, dass unser Spread Love Manager den besten Arbeitgeber finden kann, um alle Erfahrungen zu sammeln, die er braucht. Denn er ist ne Rakete und kann Sachen krass anschieben. Nicht umsonst ist er zweimaliger Bobweltmeister. Bei einhorn hat er mit seinem Lernwillen und Kommunikations-Talent unserer vernachlässigten Einzelhandelssäule zu neuem Glanz verholfen. Inzwischen sind wir bei weit über 3.000 Läden gelistet und er schaffte es sogar von den Einkäufern in der Industrie geliebt zu werden. Wer aus der Branche kommt, weiß welch harte Nuss diese manchmal darstellen 😉

Also wenn jemand in meinem Start-Up Netzwerk noch einen extrem motivierten und disziplinierten Mann im Business Development/Sales/Key Account sucht, bitte meldet euch bei uns.

Zusammenfassend kann man sagen, dass uns dieses Ereignis erst gezeigt hat, dass wir mit all den Experimenten scheinbar auf dem richtigen Weg sind. Und manchmal verlässt eben jemand die Herde.

Gino ist und bleibt für uns alle ein einhorn und das Leben ist viel zu kurz für bad feelings, zumal man sich immer mehrmals sieht im Leben.

Jeder Mitarbeiter, der ein Unternehmen verlässt ist ein Botschafter. Es liegt an der Firmenkultur, welche Botschaft er oder sie in die Welt hinausträgt.

 

Und jetzt noch eine persönliche Liebeserklärung an unseren Gino: wir werden dich sehr vermissen. Du bist und bleibst ein einhorn und jedes Team, kann verdammt glücklich sein, dich zu haben. Ohhhhh. #Ginoforpresident

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3 replies on “Wenn einhörner die Herde verlassen…

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