5 Dinge, die du über Period Poverty wissen solltest

 

1. Was ist Period Poverty

Period poverty oder Periodenarmut bezeichnet das Phänomen, wenn Menstruierende nicht genug Geld haben, um sich Periodenprodukte zu kaufen. Das kann dazu führen, dass die Personen während der Menstruation nicht oder nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Betroffene Teenager verpassen jeden Monat ein paar Tage in der Schule und schreiben deshalb oft schlechtere Noten. In vielen Ländern endet die Schullaufbahn nicht selten mit Einsetzen der ersten Periode. 

Um diesem Ausfall entgegenzuwirken wurde in Schottland sogar ein Pilotprojekt gestartet. Jede*r vierte Schüler*in hatte dortzulande mit period poverty zu kämpfen. Jetzt werden Binden und Tampons in den Toiletten von Schulen und Universitäten auf die gleiche Art und Weise bereitgestellt wie Toilettenpapier. Da könnten wir uns mal ‘ne Scheibe von abschneiden.

2. Period Poverty gefährdet die Gesundheit

Das Geld für Binden und Tampons fehlt – deshalb versuchen die menstruierenden das Blut auf andere Art und Weise aufzufangen. Daraus resultiert, dass vermeintlich geeignete Ersatzprodukte wie zum Beispiel Stoffreste, Socken, Zeitungspapier, Toilettenpapier oder sogar Sand zum Einsatz kommen, um das Blut aufzufangen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch richtig gefährlich werden. Die genannten Materialien sind oftmals nicht sauber und können vor allem zusammen mit dem Blut einen Nährboden für Keime bilden. Diese gelangen dann in den Körper und können Infektionen auslösen.

 

3. Period poverty ist eine psychische Belastung für die Betroffenen

Armut wird in Deutschland tabuisiert. Wenn das Geld für Binden und Tampons fehlt, ist es den Menstruierenden zudem oftmals peinlich, andere Menschen danach zu fragen. Die Angst, die vor einer Stigmatisierung durch “zu wenig Geld” oder aber auch durch den Blutfleck an der Hose einhergeht, kann zu einer psychischen Belastung führen. Auch die Tatsache, dass die Betroffenen sich gar nicht mehr während ihrer Periode aus dem Haus trauen, kann zu Isolation führen.

 

 

4. Period poverty ist ein weltweites Problem

Kein Geld für Periodenprodukte – dass das auch eine Lebensrealität für Menstruierende in Deutschland ist, ist auf den ersten Blick für viele eine überraschende Information. Doch wenn man sich den Hartz IV-Regelsatz anguckt, die für Gesundheitspflege vorgesehen ist, erklärt sich diese unangenehme Überraschung. 16,11 Euro sind im Monat dafür vorgesehen und davon müssen nicht nur Medikamente, Zahnpasta und Duschgel bezahlt werden, sondern auch Periodenprodukt. Einen höheren Satz für Menstruierende gibt es deshalb nicht.

Und auch weltweit ist Period Poverty ein großes Problem. In Ländern des Globalen Südens kommt zur finanziellen Situation oft noch die Problematik hinzu, dass es keine Umgebung gibt, in der Menstruierende ihre Periodenprodukte in sicherer und hygienischer Umgebung wechseln können. Eine oftmals dazu kommende Stigmatisierung verstärkt die Problematik.

 

5. Man kann etwas gegen Period Poverty tun

Viele von wissen es wahrscheinlich schon – eine Menstruationstasse hilft, Kosten zu reduzieren. Die ist übrigens für alle Sparfüchse etwas! Zwar ist sie in der Anschaffung etwas kostspieliger als Binden oder Tampons, nach einigen Zyklen rentiert sie sich aber bereits und kann dann mehrere Jahre benutzt werden. Die Umwelt und deine Vagina freuen sich auch.

Aber auch leider ist der Menstruationscup nicht für jede Person geeignet: religiöse und kulturelle Ansichten machen es in manchen Kontexten manchmal schwierig, Menschen vom Cup zu überzeugen. oder aber die hygienischen Voraussetzungen sind nicht gegeben und die Benutzung eines Cups wäre dann kontraproduktiv. Lokale und Internationale NGOs haben sich vielerorts bereits dem Thema angenommen und sich dazu verpflichtet, die Situation zu verbessern. Hier findet ihr ein paar beispielhafte Projekte: https://menstrualhygieneday.org/

 

Aber auch auf lokaler Ebene könnt ihr etwas tun, um die Situation in Deutschland zu verbessern. Fragt Obdachlose, ob sie Binden oder Tampons brauchen. Es gibt mittlerweile viele tolle Initiativen in fast jeder größeren Stadt, die sich dafür einsetzen, Period poverty zu bekämpfen. Wir haben dieses Jahr schon Sachspenden im Wert von über 5000 Euro verschenkt (deswegen machen wir auch gerade eine kleine Spendenpause) und unterstützen zum Beispiel Karuna e.V.

Soziale Einrichtungen wie Frauenhäuser, Wohnheime für Geflüchtete oder die Stadtmissionen freuen sich eigentlich immer über (saubere) Sachspenden. Wenn ihr lieber selber anpackt, statt zu spenden, findet ihr zum Beispiel auf www.vostel.de Initiativen, die freiwillige Helfer*innen suchen. Dort könntet ihr dann zum Beispiel auch das Thema period poverty mit einbringen und aktiv angehen. Es gibt Wege, um period poverty zu lindern, wir müssen sie nur beschreiten. Peace!

 

Bild von Instagra: @emmaevelyn.s

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