7 Dinge, die ich in und über Malaysia lernte

Malaysia, oh du wunderschönes Land. Malaysia befindet sich auf der Halbinsel unterhalb Thailands, erstreckt sich bis nach Singapur und teilt sich dann noch die Insel Borneo mit Indonesien.  Fast 30 Mio. Einwohner.

Hier bin ich nun für zwei Monate um unsere Fairstainability Projekte zu starten. Und ich habe mich gleich in das Land verliebt. Es ist wunderbar. Die Menschen sind offen und hilfsbereit. Überall zeigen sie mir ihre Kultur. Gleichzeitig ist das Land so unglaublich entspannt. Ich habe nie (ok sag niemals nie – also selten) das Gefühl, dass es Spannungen oder Streitigkeiten gibt. Ich fühle mich extrem sicher. Und das Essen ist einfach nur der Hammer.

1. Malay ist nicht gleich Malaysier

Chinese Tempel Schriftzeichen

Man kommt hier an und denkt alle Mernschen hier sind Malaysier bzw. Malaien. Gibt es da einen Unterschied? Ich musste lernen, ja den gibt es. Also die Menschen, die in Malaysia geboren sind, sind Malaysier. Ok. Aber nicht alle Malaysier sind auch Malayen.

Moschee_Kuala Lumpur

Hier gibt es drei große Bevölkerungsgruppen: Malayen, Inder und Chinesen. Alle schon seit mehreren Generationen hier. Die Malayen bilden die größte Bevölkerungsgruppe, etwa die Hälfte. Sie bestimmen die Politik. Sie sind meist muslimisch.

Die Chinesen  kamen mit den britischen Kolonien als Arbeitskräfte (ca. 19 Jhd.) . Heute bestimmen sie großen Teil der Wirtschaft. Auf Penang, wo ich zurzeit lebe, bilden sie die größte Bevölkerungsgruppe. Viele von ihnen sind Buddhisten. Und dann noch die Inder. Sie machen etwa 7% der Bevölkerung aus. Auch sie kamen als Arbeiter z.B. für Kautschukplantagen im 19 Jhd.

Hindu and einhorn

Alle sind also schon seit mehreren Generationen hier. Und  alle bewahren ihre Kultur. In Little India, ein Stadtteil in Georgetown auf Penang, fühlt man sich tatsächlich wie in Indien. (Ok ich war noch nie in Indien, aber so wie man es sich vorstellt.) Gleichzeitig sieht man wenig Vermischung, zum Beispiel Misch-Ehen. Aber er gibt (zumindest vordergründig) kaum Spannungen.

2. Malaysia: Tradition trifft Moderne

Twin towers_KL

Neben den drei Bevölkerungsgruppen ist das Land auch geprägt von „Tradition trifft Moderne“. Ganz extrem. Ich glaube ich habe noch nie so viel Unterschiedliches in kurzer Entfernung gesehen. Streetart; Hindu Opferstelle mit 1000 Blütenkränzen, Hipstercafe mit Betonwänden, Design-Glühbirnen und

Hipster Kaffee

Marmeladengläsern für den Iced-Coffee; daneben der alte chinesische Tempel mit Räucherstäbchen davor; dann das Hipster Restaurant mit beschrifteten Wänden, Paleo-Essen und ein ausgefallener Smootie à la Sellerie-Acai-Ingwer-Papaya; dann eine Moschee und dazwischen noch ein altes koloniales Haus (so wie man es aus Kuba Filmen kennt).

Klar das ist jetzt alles nur Penang, wo ich gerade lebe. Aber so ist es hier wirklich. Ach ja die Penthäuser direkt am Strand im Norden der Stadt habe ich jetzt natürlich vergessen. Und jetzt am Wochenende muss ich die Liste noch erweitern mit den Skyscrapern von Kuala Lumpur.

Streetart Penang

3. Man kann an Straßenständen essen (ohne Vergiftung)

Das ist das Beste überhaupt. Direkt vor der Haustür von meinem Hostel gibt es unglaublich viele Straßenstände (Chulia Street, falls ihr mal hier sein solltet). Von anderen Reisen war ich gewohnt solche Stände eher zu meiden. Dieser europäische Magen und solche Stände haben sich in der Vergangenheit nicht so gut vertragen. Chinese fish dinner

Als ich ankam und Philip zu mir meinte, dass man hier überall essen kann, wollte ich ihm das nicht glauben. Tja es stimmt aber.  Da ich immer noch quick lebendig bin, ist das jetzt mein tägliches Abendessen. Es ist genial. Jeden Tag kann ich was anderes probieren (manchmal weiß ich auch nicht so ganz genau was ich da esse) und habe immer noch nicht alles durch. Es gibt ja eben auch das Chinesische Essen, das Malay Essen und dann noch indisch. Ich habe also noch viel vor.

4. Der älteste Regenwald der Welt befindet sich in Malaysiaeinhorn in caves

130 Millionen Jahre. So alt ist er: der älteste Urwald der Welt. Im Taman Negara Nationalpark. 130 Millionen Jahre. Das muss man sich mal vorstellen. Das war mir nicht bewusst. Hier soll es wilde Elefanten, Leoparden, Wildschweine, Hirschen und natürlich Affen geben. Ich war noch nicht da. Deshalb kann ich hier nicht so viel sagen.

5. Kaustchuktapping kann nicht jeder

Ja von Urwald auf die Plantage. Das ist schon krass. Ich dachte in Malaysia, einem der Hauptanbauländer von Kautschuk, gibt es ein Ausbildungssystem für Kautschuktapper. Schließlich braucht man ziemlich viele Fertigkeiten um einen Kautschukbaum richtig zu tappen. Schneidet man zu tief, verletzt man den Baum auf Lebenszeit. Er wird dadurch auch künftig schlechter zu tappen sein. Das heißt dann auch weniger Latex für die ca. 30 Jahre Lebenszeit, in der der Baum getappt wird. Trotzdem gibt es soweit ich das mitbekommen habe keine offiziellen Trainings und die „Ausbildung“ erfolgt durch „Learning by doing“.

Kautschukbaum mit PlantageViele Kautschuktapper haben also nicht gelernt den Baum richtig zu tappen und verletzen ihn. Verrückt. Das ist ja auch Profitabilität, die da flöten geht. Bis zu 1/3 weniger Latex, kann das bei falscher Tapping-Technik heißen.  Auf unserer Partnerplantage ist das ganz unterschiedlich, manche Bäume sind gut getappt, andere nicht so. Ich werde jetzt versuchen, dass wir ein Training für die Tapper organisieren können.

6. Beim Linksverkehr ist auch der Blinker auf der anderen Seite

Haha zurück wieder zu den Geschichten meines Alltags hier: Autofahren. Ich fahre ja eh nicht gerne Auto. Gestern musste ich aber, um zu dem Latexaufbereiter Lee Latex zu fahren. Ich habe das Auto von einer Kollegin bekommen. Einsteigen. Hier ist Linksverkehr. War ja mal eine britische Kolonie. Ich fahre also los. Schalten mit Links geht ehrlich gesagt besser als gedacht. Aber Blinker setzen? No way. Das ging gar nicht. Jedes mal wenn ich blinken wollte, geht also der Scheibenwischer los. Es hat einige male Abbiegen gebraucht, bis ich tatsächlich blinkte und nicht bei strahlendem Sonnenschein und 32 Grad den Scheibenwischer betätige.

7. Ich hab doch nicht so viel Angst vor Haien

Perenthian Love BeachOk das war mit Abstand das Schönste bisher. Ein Wochenende auf den Perenthian Islands. Genial. Diese zwei Inseln sind auf der anderen Seite der Halbinsel (also die Ostküste) und sind so schön. Ich weiß gar nicht wie man die Inseln beschreiben soll. Naja vielleicht so: das klare Wasser, der weiße Strand, die Insel mit Regenwald bedeckt. Aber das beste: wir schnorcheln direkt vor unserem Hostel, vielleicht 15o m entfernt an den großen Steinen entlang und was sehen wir da? Baby-Haie.

Erst eineeinhorn Tüte Strandn, dann zwei, dann bestimmt 15 Stück auf einmal. So genial. Laut einer anderen Schnorchlerin, die uns entgegenkam, war Mother Shark auch unterwegs. Sie hatte sie in ziemlichem Tempo vorbei schwimmen sehen. Ahhh.  Ja da war diese Stimme in mir: ach Elisa, lass den Scheiß und geht doch ganz schnell wieder raus. Mother Shark, Hallo? Bring dich in Sicherheit. So toll ist es ja hier auch gar nicht.

Aber da war eben auch die andere Stimme; Mother Shark, wo bist du?  Zeig dich doch mal. Nur ganz kurz. Ach bitte!  (Aber, natürlich in sicherer Entfernung und nicht zielstrebig auf mich zuschwimmend). Es blieb bei den zwei Stimmen. Mother Shark hielt sich bedeckt.

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