einhorn team admiring the prize

Wir sind Gewinner*innen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2025

Als wir unseren einhorny Adventskalender am 4. Dezember 2025 geöffnet haben, wartete ein ganz besonderes Schokoladenstückchen hinter dem Türchen - wir wurden mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) ausgezeichnet! 

Anerkennung für unsere Transformationsleistung

Die Fachjury würdigt unsere Transformationsleistung: Ein Geschäftsmodell, das Produkte des täglichen Gebrauchs neu denkt - sowohl designerisch-kommunikativ als auch ökologisch und sozial. 


Dazu schreibt sie: “In einer Konsumgüterbranche mit kurzen Produktzyklen und hohem Ressourcenverbrauch setzt das Unternehmen neue Maßstäbe: Es nutzt ausschließlich natürliche Rohstoffe, achtet auf faire Lieferketten, verfolgt einen zirkulären Ansatz und verankert all dies in einem klar werteorientierten Markenkern.


Vorbildlich ist insbesondere die „Regenerative Rubber Initiative“, die seit fünf Jahren auf eine durchgängig rückverfolgbare Latex-Lieferkette setzt. Sie baut faire Naturkautschuk-Lieferketten auf, stärkt Landwirt*innen im nachhaltigen Anbau und fördert Biodiversitätsprojekte in den Anbauregionen.”

Dankbarkeit gepaart mit Sorge

Wir waren natürlich sehr dankbar für die Ehrung, allerdings hat es ein wenig gedauert, bis wir das richtig verarbeiten konnten. Denn spätestens seit letztem Jahr fühlt sich unsere Fairstainability-Arbeit noch herausfordernder an, als noch vor einiger Zeit: Zwar dominieren Kriege, zerbrechende Bündnisse und eine globale Atmosphäre der Unsicherheit schon länger die Schlagzeilen, aber 2025 kamen obendrein eine klima- und umweltpolitische Ernüchterung sowie Umweltkatastrophen hinzu, die die Freude getrübt haben. 

Wodurch getrübt? Zum Beispiel wurde während unseres Besuchs bei der Preisverleihung ein weiteres Mal an der EU-Entwaldungsverordnung gefeilt. Sie besagt eigentlich, dass Produkte und Rohstoffe, die aus seit 2020 entwaldeten Gebieten stammen, nicht mehr in die EU eingeführt werden dürfen. Das betrifft auch Kautschuk, der für unsere Kondomproduktion essenziell ist. Wir haben die Idee begrüßt, weil wir es selbst unverantwortlich finden, dass für unseren Konsum beispielsweise Regenwald abgeholzt wird, auch wenn es berechtigte Kritik an der Umsetzung gab. Nichtsdestotrotz haben auch unsere thailändischen Partner-Kautschukbauern-Kooperativen viel in die Einhaltung dieser Regulierung investiert, die bereits Ende 2024 in Kraft treten sollte und nun um ein weiteres Jahr verschoben wurde, wodurch ihre Bemühungen mehr oder weniger unsichtbar gemacht wurden. 

Gleichzeitig sorgten Ende November vergangenen Jahres anhaltende Regenfälle in Südthailand, Malaysia und Indonesien für die verheerendsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Auch unsere Partner*innen waren davon betroffen und sind teilweise noch heute mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Vor diesem Hintergrund fühlt es sich scheinheilig an, wenn wir in Deutschland einen Nachhaltigkeitspreis entgegennehmen, während die Leidtragenden unseres Wirtschaftssystems und gleichzeitig auch diejenigen, die Pionierarbeit in den Lieferketten leisten, davon ausgeschlossen sind.

Die Bühne gehört unseren Partner*innen in den Lieferketten

In seinem nur zwei Tage vor der DNP (Deutscher Nachhaltigkeitspreis)-Gala erschienenen Essay „The West’s Last Chance“ beschreibt Finnlands Premier Alexander Stubb passenderweise eine Welt, in der der Westen echte Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit dem globalen Süden bislang kaum gelebt hat und in der das Fenster, eine faire, gemeinsame Ordnung zu schaffen, gerade rasant kleiner wird. Doch was auf der internationalen Bühne fehlt, versuchen wir ja nun schon seit 10 Jahren im Kleinen zu praktizieren: intensive Zusammenarbeit mit Partnern in den Anbauregionen, transparente Lieferketten und gemeinsame Entscheidungen darüber, wie wir unsere Wirtschaft fairer und ökologischer gestalten können.

Dialog statt Transaktion

Mit etwas Abstand können wir uns deshalb nun doch noch über die Auszeichnung freuen. Denn wir sehen sie weniger als Ehrung unserer Arbeit denn als Anerkennung einer in diesen Zeiten mehr als notwendigen Zukunftsvision, in der Kooperation statt Dominanz, Dialog statt reiner Transaktion im Vordergrund steht, die sich natürlich nicht ohne all die Menschen entlang unserer Lieferketten umsetzen ließe. Deshalb gilt der Deutsche Nachhaltigkeitspreis nicht uns allein, sondern vielmehr allen Partner*innen, die weiterhin an eine gemeinsame Zukunft glauben und sich unermüdlich dafür einsetzen - von den Kautschuk- und Baumwollplantagen in Thailand und Tansania, über die Fabriken in Malaysia und Slowenien, unser Lager und Büro in Berlin sowie euch, liebe Leser*innen! Dafür möchten wir uns bedanken!