Es gibt Dinge, die willst du vielleicht nicht genau wissen. Welche Untenrumfrisur trägt Donald Trump oder wie isst man eine Falafeltasche so, dass man danach nicht selbst aussieht wie eine (Tomate am Kinn und Soße im Haar machen doch erst den richtigen Falafelkick aus).
Aber manche Dinge sind einfach wichtig. Da sollte man alles in Bewegung setzen, um sie in Erfahrung zu bringen. Wann ersetzen sie bei Mario Kart endlich die rutschige Bananenschale durch feuchte Chiasamen, was machen Haustiere, wenn niemand zusieht und was ist eigentlich so richtig geile Baumwolle?
Was die Baumwolle angeht, haben wir eine Antwort, die restlichen Fragen überlassen wir euch.
Richtig geile Baumwolle ist Baumwolle, die dafür sorgt, dass dein Körper Hurra schreit, die der Erde nix Böses will und den Bäuer*innen gute Arbeit und eine sichere Einnahmequelle bietet. Was das im Detail bedeutet, werden wir gleich sehen. Außerdem wird die Frage geklärt: Ist diese richtig geile Baumwolle denn nun in unseren Untenrumprodukten oder ist alles nur Greenwashing?
Feuerfrei - Auf der Jagd nach einem Baumwollschaf
Mit dem Handelsunternehmen Remei und der dazugehörigen bioRe Stiftung fanden wir in einer riesigen Herde weißer Baumwollschafe unser Traumwollschaf - freundlich zu Vulven, mit einem ausgebildeten Sinn für soziale und ökologische Nachhaltigkeit und wohlgeformten Löckchen.
Seit Jahrzehnten arbeiten Remei und die Stiftung in Indien und Tansania zusammen mit Kleinbäuer*innen daran, Baumwolle in super duper Bio-Qualität anzupflanzen. Und das auch noch unter fairen Bedingungen. Bei dieser Kombination werden wir Fairstainabilities schon ein bisschen wuschig.
Remei und die bioRe Stiftung haben ihren Hauptsitz in der schönen Schweiz. Die gemeinnützige Stiftung ist sozusagen die Schirmherrin über die Baumwoll-Anbau-Projekte in Indien und Tansania, fördert den biologischen Landbau vor Ort und setzt sich für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen der Kleinbauernfamilien ein. Das Handelsunternehmen Remei ist die Schnittstelle zwischen den Bäuer*innen und den Unternehmen in Europa.
Was für dolle Wolle! Socializen kann se…
Die Baumwolle verbindet Remei, die bioRe Stiftung und die Bäuer*innen als Teile einer Gemeinschaft, in der alle voneinander lernen und profitieren. Remei ist es wichtig, dass die Bäuer*innen ein selbstbestimmtes Leben führen und nicht in Abhängigkeiten geraten (von denen oft nur die Unternehmen des globalen Nordens profitieren). Was heißt das jetzt konkret?
Remei schränkt bewusst ihre eigene Freiheit ein und garantiert den Bäuer*innen, ihnen mindestens für die nächsten fünf Jahre (wenn sie wollen) ihre gesamte Baumwolle zu einem Preis, der durchschnittlich 15% über dem sonst üblichen Marktpreis liegt, abzunehmen. Eine garantierte Abnahme - egal wie die Ernte ausfällt - ist ziemlich krass. Normalerweise läuft das nämlich so: Die Einkäufer*innen entscheiden darüber, wieviel sie an Ernte abnehmen. In Jahren, in denen die Baumwollernte schlecht ausfällt und die Bäuer*innen mehr für den einzelnen Kilo verlangen, wechseln sie oft einfach zu billigeren Anbieter*innen. In Jahren mit viel Ernte, bleiben die Bäuer*innen oft auf der Baumwolle sitzen oder müssen zu Schleuderpreisen verkaufen. Die Remei allerdings nimmt den Bäuer*innen garantiert die gesamte Ernte und mit dazu die Last ab, Abnehmer*innen für die Baumwolle zu finden. Im Zweifelsfall bleibt also Remei auf der Baumwolle sitzen. Das verschafft den Bäuer*innen vor allem Sicherheit. Dazu kommt, dass die Bäuer*innen die Bedingungen der Zusammenarbeit selbst mitbestimmen können und durch die Projekte der bioRe Stiftung auch in anderen für ihr Leben wichtigen Bereichen unterstützt werden, z.B. durch Fortbildungen im Biolandbau oder den Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Auf nem Öko Trip ist sie auch noch...
Die bioRe Baumwolle ist bio-zertifiziert (durch den Global Organic Textile Standard GOTS) und die Kleinbauern und -bäuerinnen aus Tansania bewirtschaften ihre Felder im Einklang mit der Natur. Im Einklang mit der Natur - Hach das klingt ja herrlich. Aber mal Butter bei die Fische. Konkret heißt das, sie verwenden nur natürliche Dünger, arbeiten mit natürlichen Alternativen zu chemischen Pflanzenschutzmittel und kümmern sich um die langfristige Fruchtbarkeit des Bodens.
Die Böden bleiben vor allem fruchtbar, wenn keine krassen Insekten- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und die im Bioanbau geforderte Fruchtfolge eingehalten wird. Das heißt auf einem Feld wird nicht für immer und ewig das gleiche angebaut, sondern die Pflanzen wechseln sich regelmäßig ab und mal liegt der Boden auch brach, um sich zu erholen. Mit der Fruchtfolge ist das so ähnlich wie mit unserer Ernährung. Zu einseitiges Essen macht uns anfällig für Krankheiten, Vielseitigkeit dagegen bringt die Lebensgeister so richtig in Wallungen.
Und es geht noch weiter…
Die Dünger werden aus hofeigenen Rohstoffen hergestellt und Pflanzenschutzmittel werden u.a. durch Sonnenblumen ersetzt, die zwischen den Baumwollpflanzen angebaut sind. Die Sonnenblumen ziehen Vögel an. Diese stehen nicht nur auf die Sonnenblumenkörner, sondern auch auf die gefräßigen Insekten (aka Schädlinge), die rund um die Baumwolle krabbeln und schwirren. Gewieftes Konzept. Aus den verbleibenden Kernen kann mit Hilfe einer Presse Öl hergestellt werden, das die Bauern und Bäuerinnen selbst gebrauchen oder verkaufen können. Neben der Baumwolle pflanzen die Bäuer*innen auch Hülsenfrüchte oder Soja an, wodurch die Familien zusätzlich eine Nahrungsmittel- und Einnahmequelle haben.
und weiter...
On top wird die Baumwolle nicht künstlich bewässert, sondern sprießt und gedeiht nur durch Regenwasser. Wodurch das sowieso schon knappe Wasser, den Menschen zum Trinken und Kochen bleibt. Auch mit gentechnisch veränderten Samen haben die Bäuer*innen nix an der Wolle. In unserem Lieblingsanbauland Tansania ist genetisch verändertes Saatgut komplett verboten. Also kein Risiko, dass sich da doch Gen-Aliens untermogeln.
Noch eine geile Sache zum Schluss: Die Baumwolle ist komplett rückverfolgbar bis die Bäuer*innenkooperative. Das heißt, wir wissen, welche Baumwolle, von welchen Bäuer*innen in unseren Produkten landet - Transparenz hoch 100 000.