Wo stehen wir in Sachen Agroforst-Anbau?

Wie alles begann…

Kautschuk Monokultur Plantage im Vergleich zu einer Agroforst Kautschuk-Plantage mit illustrierten Tieren von Sandra Bayer

Seit 2018 arbeiten wir mit Partner:innen vor Ort in Thailand daran, Latex aus Agroforstsystemen in unsere Kondome zu integrieren. Wir haben das Projekt mit ca. 30 Kleinbäuer:innen gestartet, die ihren Kautschuk schon seit vielen Jahren in Agroforstsystemen anbauen, also nicht nur eine Art Baum auf einem Stück Land, sondern ein integriertes System aus verschiedenen Pflanzen. Der Latex dieser Bäuer:innen landete bisher gemischt mit anderem Latex bei verschiedenen Zwischenhändler*innen und danach bei einer Latexaufbereitung und wurde ganz normal weiterverkauft. 

100% Latex aus Agroforstwäldern

Seit Sommer 2020 bestehen einhorn-Kondome zu 100% aus diesem neuen, besonderen Latex, d.h. es wird kein anderer Latex mehr beigemischt – also echtes “single origin”. Juhuuu! 

Wir haben, gemeinsam mit der Prince of Songkhla Universität und der Latexaufbereitung vor Ort drei Latexsammelstellen eingerichtet, an die die Bäuer:innen ihren Latex verkaufen und von dort – 100% rückverfolgbar – an die Latexaufbereiterin zu einem Prämienpreis verkaufen. Sie zentrifugiert den Latex daraufhin und verkauft ihn – wieder 100% rückverfolgbar- an unseren Kondomproduzenten.

Schaubild der nachhaltigen Wertschöpfungskette unserer einhorn Kondome

Welche Vorteile bietet der Agroforstanbau?

Ökologische Vorteile

  • Die Bäuer:innen müssen kaum, bis gar nicht düngen: die unterschiedlichen Pflanzenverlieren Blätter , die Blätter werden von Regenwürmern zersetzt (Kompost)> So sind wieder verschiedene Nährstoffe im Boden, die der Kautschukbaum für seine Latexproduktion gebrauchen kann. 
  • Die unterschiedlichen Bäume und Pflanzen sorgen für eine höhere CO2-Bindung. Sie nehmen mehr CO2 aus der Luft auf, bauen daraus ihre Biomasse auf und durch Photosynthese entsteht Sauerstoff.
  • Fruchtbäume locken Insekten und Vögel an > mehr Biodiversität <3.
  • In diesen Agroforstwäldern ist es durchschnittlich 4 Grad kühler, es gibt mehr Schatten und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Das Mikroklima ist durchschnittlich stabiler.
  • Agroforstwälder sind Natureinflüssen abgefederter ausgesetzt. Denn durch die verschiedenen Wurzeln kann mehr Wasser im Boden gespeichert werden. So kann der Boden bei Flut besser Wasser aufnehmen und auch bei Trockenheit ist Wasser länger im Boden gespeichert. 

Ökonomische Vorteile

  • Bäuer:innen können andere Pflanzen und Tierprodukte von dem Stück Land weiterverkaufen (z.B. lokales Gemüse Pak Liang, oder die Eier der Weberameise)
  • Das Anpflanzen von anderen Holzbäumen (gerade Wertholz) ist eine Langzeitinvestition für sie.  
  • Das Harz von einem der Bäume (Hopea Odoratha) wird z.B. zu natürlichen Heilcremes weiterverarbeitet und kann auf den lokalen Märkten verkauft werden.  Außerdem zahlen wir eine Prämie für den Kautschuk und geben den Bäuer:innen eine Abnahmegarantie (damit sie nicht bei hohen Weltmarktpreisen auf ihrem Latex sitzen bleiben, sondern die Abnahme durch uns garantiert ist)
  • Mindestens gleichbleibende (wenn nicht sogar etwas mehr) Latexerträge der Kautschukbäume, keine Verluste durch Umstieg auf Agroforst.

Ein Einblick in unsere Fairstainability Mission in Thailand

Der Agroforst-Anbau wird in Südthailand noch populärer

Lächelnder thailandischer Mann kniet auf Kautschuk-Plantage und pflanzt einen Baum

Deswegen haben wir 2021 in Kollaboration mit der Prince of Songkla University in Thailand und Ecosia ein Projekt gestartet, in dem wir den Kleinbäuer.innen 15.000 Baumsetzlinge zur Verfügung stellen. 

Illustrationen von Sandra Bayer