Erstmal Silizium dann Menstruationstasse

Steine sind hart, manche haben einige Karat,  doch das Silikon für unsere Cups, das ist weich wie mancher Schnaps.

Wir decken auf, wie diese Verwandlung von statten geht!!

Hier geht es um die Herstellung von Silizium. Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass aus Silizium Silikon gemacht wird. Es folgt eine ganze Ladung Fachwissen (es gibt aber auch Bilder von glühendem Stein   )

          

Die Papperlacups bestehen aus medizinischem Silikon. Der Rohstoff für Silizium, woraus wiederrum Silikon gemacht wird,  sind Quarzkies und Quarzblöcke.

Uns ist es natürlich wichtig, dass wir euch die Lieferkette der Tassen so transparent wie möglich darstellen können. Wir haben also einen Experten gefunden, der uns so einiges zur Herkunft der Rohstoffe und dem Prozess erklären konnte.

 

Herr Elsner () hat uns (濾) ganz genau erklärt wie Silikon hergestellt wird. Er arbeitet für die BGR (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe). Den anderen Teil des Interviews, welcher von der Gewinnung der Rohstoffe für die Menstruationstasse handelt, können in diesem Blogartikel nachgelesen werden

 

Die Tasse ein regionales Produkt?

濾 : Wieso können wir davon ausgehen, dass der Quarz für unser Silikon v.a. in Europa abgebaut wird? 

 : Die deutsche WACKER CHEMIE AG gehört zu den größten Silizium- und Silikonproduzenten weltweit, besitzt aber nur einen geringen Marktanteil an Rohsilizium (aus eigener Produktion in Norwegen). Deswegen werden große Mengen an Rohsilizium für die Weiterverarbeitung zu Zwischenprodukten wie Halbleitersilizium, Solarzellensilizium und auch Silikonen hinzugekauft. Da auch Rohsilizium frachtkostenempfindlich ist, stammt sicherlich das allermeiste hinzugekaufte Rohsilizium aus den europäischen Siliziumschmelzen in Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Norwegen, der Ukraine, Spanien und – natürlich – Deutschland.

濾 : Gibt es eine Möglichkeit, dass man genau sagen kann woher die Rohstoffe für unsere Menstruationstassen stammen?

 : Nein, man kann wohl nicht genau sagen, woher die Quarzrohstoffe für Eure Menstruationstassen genau stammen, das wäre unseriös. Je nach Verfügbarkeit kommen immer neue Lieferungen an Rohsilizium im WACKER-Werk in Burghausen/Bayern an und werden dann sukzessive weiterverarbeitet. Das Ausgangsmaterial für Eure Tassen mag in Norwegen, in Spanien oder auch im bayerischen Wald abgebaut worden sein, das sind die wahrscheinlichsten Herkunftsorte.

Die Menstruationstassen sind nicht getöpfert, sondern …?

濾 : Unserer Menstruationstassen bestehen aus medizinischem Silikon. Dieses Silikon wird in Deutschland von der Firma WACKER hergestellt. Ausgangsstoff für die Silikonproduktion ist Quarz in Form von Blöcken und Kies. 

Warum muss es Quarzkies sein und nicht Quarzsand? Und warum wird dennoch häufig Quarzsand als Ausgangsstoff für Silikon genannt?

 : Sehr gute Fragen, aber der Reihe nach: Ausgangsstoff für Eure Silikonprodukte ist Quarzkies (aus einer Kiesgrube) oder gebrochener Quarz (aus einem Steinbruch), der in der Korngröße zwischen ca. 16 – 100 mm vorliegen muss. Dieser Quarzkies/Quarz wird in großen elektrischen Öfen („Lichtbogenöfen“), zusammen mit einem Reduktionsmittel, meist Kohle, auf rund 2.000 oC erhitzt.

Befeuerung des Schmelzofens. Quelle: BGR

Bei diesen hohen Temperaturen schmilzt der Quarz (chemisch: Siliziumdioxid)  und der in ihm enthaltene Sauerstoff verbindet sich mit dem Kohlenstoff aus der Kohle (zu Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, sorry, ist halt so). Gleichzeitig bildet sich Rohsilizium.

Zerkleinertes Rohsilizium für den Versand. Quelle: BGR

Dieses flüssige Rohsilizium sinkt in der Schmelze nach unten, wird fortlaufend am Boden des Ofens abgetrennt („abgestochen“) und erstarrt dann in Wannen zu großen Blöcken aus silbergrauem Metall, dem Rohsilizium. Es wird später noch in hand- bis kopfgroße Stücke gebrochen und ist dann fertig zur Weiterverarbeitung, z. B. durch die WACKER CHEMIE AG zuerst zu Reinsilizium und dann zu Silikonen.

Abstich von flüssigem Rohsilizium. Quelle: BGR

Aha! Hier kommt der Grund warum Sand nicht funktioniert!

 : Nur bei ausreichenden Hohlräumen (also zwischen Quarzkiesen oder Quarzschottern) können die entstehenden heißen Gase diese vollständig durchströmen und die chemische Reaktion („Reduktion“) aufrechterhalten. Quarzsand, der wesentlich häufiger ist als Quarzkies, hat eine Maximalkorngröße von 2 mm. Bei der Schmelze im elektrischen Lichtbogenofen würde der Quarzsand eine dünne, aber dichte Schicht aus Rohsilizium bilden, die die entstehenden heißen Gase nicht mehr durchlassen würde. Die Reaktion würde dann zum Erliegen kommen.

„Fazit: Was immer irgendwo auch geschrieben wird, 

Ausgangsstoff für Silikon ist niemals und nirgendwo auf der Welt Quarzsand, 

sondern immer nur Quarzkies oder auch Quarzschotter.“

Silikon und Nachhaltigkeit

濾 : Kann Silikon für die Menstruationstassen aus Ihrer Sicht als nachhaltiges Material betitelt werden? 

 : Sofern ich die Produktionsstufen bis zum Reinstsilizium beurteilen kann und was die Produktion in Europa angeht, ja. Für die Siliziumproduktion in China gilt dies jedoch sicherlich nicht und auch die Energieversorgung der einzelnen (relevanten) europäischen Siliziumhütten könnte man sich noch einmal genauer anschauen.

 

Herzlichen Dank, Herr Elsner für das ausführliche Interview . Das hat uns auf unserer Mission die Lieferkette der Papperlacups transparenter zu machen enorm weiter geholfen .

Share this madness:

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.