Research @einhorn in Malaysia

Team bei Richter Rubber

Jetzt sind wir (Vero, Xiaomin, Jonas und Linda v. links) schon seit fast vier Wochen in unserem Research-Projekt in Malaysia. Es wird Zeit, dass wir unsere Eindrücke schildern.

Ein Kondom fair und nachhaltig zu produzieren ist gar nicht so einfach. einhorn hat von Anfang an nach Experten im nachhaltigen Kautschukanbau Ausschau gehalten und ist dabei auf die Uni Hohenheim gestoßen. Sie forscht seit Jahren zu nachhaltigem Kautschukanbau.

Und wie kommen wir vier Studierende ins Spiel?

Mitgefördert über das ASA-Programm haben wir uns für eine gemeinsame Projektausschreibung von einhorn und der Uni Hohenheim beworben um Teile der Theorie über nachhaltigen Kautschukanbau in der Praxis umzusetzen. einhorn möchte die ganze Wertschöpfungskette eines einhorn-Kondoms transparent darstellen, sodass jeder Kunde die Abläufe und die Arbeit hinter jedem einzelnen Kondom kennenlernen kann.

Wir konzentrieren uns während unseres Aufenthalts schwerpunktmäßig auf den Beginn dieser Kette; die Kautschukplantage Kai Sik, gelegen im nord-westlichen Teil der Malaysischen Halbinsel in der Provinz Kedah.

Location der Kai Sik Plantage

Research – Was haben wir hier vor?

Eines unserer Ziele ist es, mehr über die Region und den Anbau vor Ort zu erfahren, um hoffentlich mehr Biodiversität auf die Plantage zu bringen. Kautschuk-Monokulturen  werden oft auch „grüne Wüste“ genannt.

Dafür müssen wir erst einmal die Plantage verstehen. Darum vermessen wir gerade das Gelände mit GPS. Wir wollen eine genaue Karte erstellen. Mit ihr wollen wir verstehen, wo die Wege verlaufen, wo es Gräben und Bäche gibt (wichtige Gebiete für mehr Leben), wo welche Art Kautschukbaum steht usw. Mit der Karte sind wir, nach vielen Stunden des Wanderns zwischen Kautschukbäumen und Mosquitos, fast fertig!

Wir haben uns auch schon mit dem Malaysian Rubber Board (MRB) getroffen und durften uns da mit ein paar Experten unterhalten. Das Malaysian Rubber Board berät Plantagenbesitzer und sogenannte „Smallholder“. Das sind Kleinbauern, die auf einer Fläche  zwischen 2,5-40ha Kautschukbäume anbauen. Vom MRB haben wir auch ein paar weitere Kontakte bekommen, die uns bei unseren Rechercheaufgaben helfen.

Malaysian Rubber Board

Treffen mit dem Malaysian Rubber Board

Neben der praktischen Arbeit auf der Plantage, erfahren wir viel über die Situation vor Ort und hoffen mit unseren Literaturrecherchen gute Ansätze für unsere Vorhaben zu finden. Auch wollen wir die Bäume vermessen, um zu sehen, wieviel CO2 so eine Plantage schlucken kann. Das wird wahrscheinlich unser nächster Programmpunkt! Momentan ist es gängige Praxis, dass viele Pflanzen zwischen den Kautschukbäumen mit einem sogenannten Totalherbizid abgespritzt werden. Wir machen uns, wenn wir alle Daten und all die Hintergrundinfos zusammen haben, Gedanken über mögliche Alternativen. Wenn es richtig gut läuft, ist es vielleicht nach unsere Zeit hier noch grüner (also farblich!).

Totalherbozid

Wo wurde gespritzt?

Also nur ökologische Aspekte?

Nein, ein weiterer Schwerpunkt liegt darin, die Kautschuktapper, ihre Arbeit und ihr Leben kennenzulernen. Wir wollen schauen, wie einhorn den Happyness-Faktor der Arbeiter erhöhen kann. Dazu verbringt Linda die meiste Zeit mit den Arbeiterinnen und Arbeitern, lernt sie kennen und löchert sie mit Fragen.

Isvaran bei der Arbeit

Isvaran bei der Arbeit

Wie funktioniert gutes Anzapfen der Bäume? Wie ist die Arbeitsroutine? Was beschäftigt die Menschen? Wie finden sie es, wenn der Raum zwischen den Kautschukbäumen “grüner” ist?

Das Tappen geht morgens um 6 Uhr los, weil die Kautschukmilch (malayisch: susu) in den frühen Morgenstunden am meisten fließt. Da ist es immer noch richtig dunkel und die Tapper haben eine Stirnlampe um den Kopf geschnallt. Nach dem Anritzen der Rinde läuft die Latexmilch in kleine Behälter, die am Baum befestigt sind. Um 10:30 ist genug Latex geflossen. Jeder Arbeiter sammelt auf seinem Teil der Plantage den flüssigen Kautschuk ein und bringt ihn mit dem Moped zur Sammelstelle am Eingang der Plantage.

Da wird die Menge dann pro Arbeiter gewogen, der Dichtegehalt gemessen (um eine erste Schätzung zu geben wieviel Anteil Gummi und wieviel Anteil Wasser in dem gesammelten Latex ist) und dann wird es verladen und von einem Fahrer von LeeLatex abtransportiert. LeeLatex ist dann der nächste Schritt in der Lieferkette – die Latexaufbereitung.

Ihr seht, allein auf der Plantage gibt es super viel heraus zu finden, da sind wir gerade fleißig dabei. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt – raus damit 🙂

 

 

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