Covid19´s Einfluss, den wir nicht direkt sehen können

Illustration Erdmännchen mit Locken als Musiker:in von Sarah Bayer

Unsere Kondome werden eng. Also nicht eng, im Sinne von „kleiner“, sondern eng – wir haben nicht mehr so viele. Die befinden sich nämlich gerade auf dem Meer zu uns. Und durch Corona sind nicht nur die Produzenten mit neuen Herausforderungen konfrontiert, sondern auch die globalen Logistikunternehmen.

Zuerst ging die Nachfrage nach Touren durch Covid 19 zurück, sodass weniger Container im Umlauf waren. Somit wurden Kosten gespart. Mitte des Jahres stieg die Frage dann doch sehr stark, aber das System konnte nicht wieder so schnell hochgefahren werden. Die Container, in denen Waren von Asien nach Europa transportiert werden, stehen Schlange – ähnlich wie wir vor den Supermärkten. Um die wenigen Container und Plätze auf Containerschiffen ist derzeit ein großer Konkurrenzkampf enfacht, sodass die Kosten für Containertransporte stark gestiegen sind. Und dann spielt auch noch die Politik rein: der Brexit führt zusätzlich zu Verzögerungen in Großbritannien und zu Vorratskäufen, die die internationale Schiffahrt belasten. Auch Arbeitsausfälle infolge der Pandemie verzögern die Verschiffung . Klar könnten wir die Kondome auch einfach von Malaysia einfliegen lassen – aber das würde bedeuten unsere Fairstainability-Werte über Bord zu werfen – ein NoGo.

Was wir euch also eigentlich sagen wollen: Stay safe, schaut mal in euren lokalen Drogerien vorbei, die haben vielleicht noch ein paar einhörnchens zum Verkauf und in unserem Shop geht es auch bald wieder weiter.

Oder lest weiter und erfahrt ein wenig, wie es in unseren Lieferketten Corona-bedingt aussieht:

In Deutschland

Auch in unseren Lieferketten lief nicht alles wie Dienst nach Vorschrift, genauso wenig wie bei uns. Unsere Konfektionierung in Deutschland (Werkstatt für Menschen mit Behinderung) musste aus Schutz ihrer Mitarbeiter:innen ihre Dienstleistung sehr stark zurückfahren, sodass wir plötzlich selbst vor der Aufgabe standen, Menstruationstassen zu verpacken und Dinos (unsere Verkaufskartons im Einzelhandel) mit Kondomen zu bestücken. Unsere Stoffbeutelchen, die wir mit den Menstruationstassen verkaufen, konnten nicht mehr von unserer bisherigen Herstellerin Manomama produziert werden, da diese jetzt im Rekordtempo Stoffmasken nähen musste. Jetzt werden sie von 3Freunden produziert.

Bei unseren Baumwollpartner:innen

In Indien wird ein Teil der Baumwolle, die in unseren Binden und Slipeinlagen landet, gebleicht. Indien war komplett im Lockdown, sodass der Bleicher einen Teil der Baumwolle nicht bleichen konnte und wir zu einem größeren Teil auf andere Baumwolle ausweichen mussten. Er hat trotzdem seinen Mitarbeiter:innen den Lohn weitergezahlt, und dass, obwohl es in Indien keine finanziellen Unterstützungen vom Staat gibt. Unser Baumwoll Partner in Tansania hat verschiedene Covid19- Aufklärungskampagnen in den Dörfern unterstützt. Gleich zu Beginn der Pandemie hat das Trainingscenter der bioRe Tanzania sich mit besseren Hygiene Facilities ausgerüstet um besser Händewaschen zu können. Sie konnten auch in diesem Jahr für die Bauern eine Abnahmegarantie und Prämie für die verlässliche Belieferung mit Baumwolle, frei von Genmanipulation, gewährleisten.

Und auch in unserer Kondom Lieferkette lief nicht alles wie gewöhnlich.

Die Kondomfabrik musste zwischenzeitlich für 1 Woche die Produktion einstellen, weil es in der Firma einen Covid-Fall gab. Mittlerweile wird aber wieder mit Hygiene- und Abstandsregeln produziert.

Unsere Latexaufbereiterin Sudthida in Thailand hatte zwischenzeitig wenig Latex zu verarbeiten. Das war nicht direkt eine Covid-Folge sondern vielmehr eine des Klimawandels: es gab unüblig viel Regen in einer Zeit, in der es weniger regnen sollte. Und bei Regen können die Bäuer:innen die Kautschukbäume nicht zapfen. Also gibt es auch nur weniger Latex zu Weiterverarbeitung. Die Angestellten von Sudthida haben stattdessen Hygiene-Kits für die umliegenden Dörfer zusammengestellt und gespendet (Desinfektionsmittel und Seifen).

Es ist wirklich toll zu sehen, mit was für tollen Parter:innen wir zusammenarbeiten dürfen.

Illustration von Sandra Bayer

 


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