Über große und kleine Fische

Unsere Lieferkette sieht auf den ersten Blick ja recht übersichtlich aus. Drei Stufen in der Lieferkette und auf jeder Stufe zentrale Herausforderungen. Es ist aber ein bisschen komplexer als das und darüber will ich heute schreiben

Komplex!?

Klar es gibt nur „nur“ drei Stufen in unserer Lieferkette: Plantage → Latexaufbereitung → Kondomherstellung. Außerdem haben wir nur auf einer Stufe und zwar bei den Plantagen bisher noch mehr als einen Partner. Das ist im Vergleich zu anderen Industrien wirklich übersichtlich. Wir haben nur einen direkten Lieferanten und nicht 100, die jeweils vielleicht unterschiedliche Latexaufbereiter und wiederum andere Plantagen in der Wertschöpfungskette hätten. Das würde die Zahl der indirekten Lieferanten schnell exponentiell erhöhen. Sprich, wir haben nur einen Wertschöpfungsketten-Pfad, der auf unterschiedlichen Plantagen endet und können in dieser Wertschöpfungskette gezielt an Fairstainaility-Themen arbeiten. So gesehen ist unsere Vision, zu 100% sagen zu können, von welcher Plantage der Latex in den einhorn Kondomen stammt, realistisch.

Über kleine und große Fische:

Aber jetzt schauen wir uns mal die Wertschöpfungskette aus einer anderen Perspektive an und zwar unter der Frage: Was für einen Einfluss haben wir als einhorn? Wir sind ein kleiner Fisch in der Kondomproduktion. Aber zum Glück kennen wir einen großen Fisch: Richter Rubber. Er produziert für uns die Kondome. Er will seine ganzen Prozesse nach Fairstainability-Kriterien umstellen. Er ist also bereit, auch seinen anderen Kunden, auch wieder große Fische, langfristig nur noch Fairstainability Kondome anzubieten, obwohl sie das gar nicht nachgefragt haben.

Mit Richter Rubber zusammen sind wir zwar ein großer Fisch und einer der größten Kunden des Latex aufbereitenden Unternehmens Lee Latex. Wir machen aber trotzdem nur 10% seines Umsatzes aus. Das heißt, dass Lee Latex 90% seines aufbereiteten Latex an andere Kunden liefert. Und da wollen wir jetzt die Welt auf den Kopf stellen? Ja, wir wollen zusammen mit Lee Latex Prozesse implementieren, die die Rückverfolgbarkeit des Latex sicherstellen sollen. Und bis jetzt ist er auch happy bei der Sache.

Und jetzt kommen wir zu der Plantagenebene. Lee Latex erhält seinen Latex von insgesamt 25 Plantagen. Einer der größten Plantagen heißt Tay Plantation. Wir kennen Tay Plantation und werden auch hier die Pilotprojekte zu Fairstainable Kautschuk starten, gleichzeitig haben weder wir noch Richter Rubber eine direkte Lieferbeziehung zu Tay Plantation. Sprich Tay Plantation erhält auch kein Geld von uns. Die Kosten, die durch Fairstainable Kautschuk entstehen wie beispielsweise eine Erhöhung der Gehälter, wollen wir aber tragen. Aber einfach nur mehr Geld für die Kondome zu zahlen und zu hoffen, dass dieses Geld entlang der Wertschöpfungskette weiteregegeben wird, ist nicht die Lösung. Da haben am Ende die Arbeiter vermutlich am wenigsten davon. Selbst wenn wir das Geld dem Besitzer von Tay Plantation direkt geben, müssen wir gewährleisten, dass das bei den Arbeitern ankommt.

Und was heißt das jetzt?:

Ihr seht, auch in einer recht übersichtlichen und transparenten Wertschöpfungskette können wir leider nicht von heute auf morgen Fairstainability implementieren. Wir wünschten, es wäre anders. Und dass wir ein kleiner Fisch sind, soll dabei nicht als Ausrede dienen, sondern vielmehr unsere täglichen Herausforderungen erklären.

Bei all den Fragen und Herausforderungen wird aber eines immer deutlicher: Es ist extrem wichtig, die Partner und ihre Arbeit besser kennen zu lernen und vor allem Vertrauen aufzubauen. Damit wir gemeinsam Fairstainabilibity Themen voran bringen können.

Falls ihr eine oder mehrere Ideen habt, wie man das alles besser machen kann oder welche Partner (z.B. NGOs etc.) wir auf unserer Fairstainability Reise unbedingt brauchen, schreibt uns, twittert oder tretet sonst irgendwie mit uns in Kontakt. Wir lernen täglich dazu.

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