Neue EU Richtlinie zur Kennzeichnung von Plastik in Einwegprodukten

Bild mit dem EU-Plastik-Logo und einem sich wunderndem Erdmännchen

“Produkt enthält Kunststoff” – Warum steht das jetzt plötzlich auf unserer Verpackung?

Im April 2019 wurde von der EU eine neue Reform über das Verbot bestimmter Einwegprodukte aus Plastik beschlossen. Ab dem 3.Juli 2021 hieß es nun endgültig: Adiós Strohhalm, Partyteller und Co – es war schön mit euch, aber irgendwie auch nicht schön genug. Vor allem nicht für unsere Um- und Mitwelt. Neben dem Verbot wurde sich auch auf eine verpflichtenden Kennzeichnung von Kunststoffen in bestimmten Einwegprodukten geeinigt. 

“Einwegprodukt mit Plastik, bin damit etwa auch ich gemeint?” wird sich jetzt vielleicht so manche Menstruationsbinde und Slipeinlage fragen. Die Antwort ist eindeutig: Ja, auch ihr seid davon betroffen. “Auch wir von einhorn?” Ja, auch ihr von einhorn. Aber kein Grund zu bibbern. Euch geht’s nicht an den Kragen, sondern nur an die Verpackung. Auf die kommt nämlich ein neues Label drauf: 

Produkt enthält Kunststoff Logo

Toiletten, Schildkröten, weißes undefinierbares Etwas?! Was bedeutet das jetzt genau?

Binden und Slipeinlagen, in denen Plastik bzw. Kunststoff enthalten sind (das Rätsel um das undefinierbare weiße Etwas ist gelöst – das ging schnell!), müssen in Zukunft auf der Produktvorderseite mit dem oben gezeigten Label versehen werden. Denn neben den sogenannten Wäscheschutzfolien an der Unterseite von Binden und Slipeinlagen sind in vielen Periodenprodukten auch synthetische Fasern auf Erdölbasis enthalten. 

Zwar verzichten wir bei unseren einhorny Produkten auf solche Kunststoff-Fasern und verwenden stattdessen Bio-Baumwolle, um die Folie kommen wir aber nicht drum herum. Zumindest nicht ganz: Statt eines erdölbasierten Kunststoffes verwenden wir einen stärkebasierten Kunstoff. Aber: Kunststoff bleibt in dem Fall Kunststoff. Auch er sollte nicht die Toilette heruntergespült werden oder einem solchen Versuch zum Opfer fallen. Am Ende fristet er sein Dasein im Abflussrohr vis a vis mit dem Urinstein. Oder noch schlimmer… Bei erfolgreichem Spülversuch werden Binde & Co zum Verhängnis für die im Wasser lebenden Tiere und die am Wasser lebenden Menschen.

Was halten wir einhörner davon?

Zunächst einmal bringt das Label Klarheit über die Materialzusammensetzung der Produkte. Teilweise sind in Produkten nämlich synthetische Fasern oder Kunststofffolien enthalten, die nett umschrieben oder nur nach ihrer Funktion benannt werden. Das führt bei zahlreichen Verbraucher*innen zu Verwirrungen und Orientierungslosigkeit im wilden Kunststoffdschungel. Gleichzeitig warnt das Label die Kund*innen davor, dass Binden und Slipeinlagen wie oben beschrieben zur Anreicherung von Müll und Mikroplastik in Gewässern führen.

Insofern: Her mit der Transparenz, wir einhörner stehen drauf und freuen uns auf mehr davon! 

Links

  1. EU Richtlinie
    https://www.bmu.de/pressemitteilung/warnhinweis-fuer-wegwerfplastik-ab-juli-2021/
  2. Turning the side on single-use plastics (EU)
    https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/49fc9754-ca5a-11eb-84ce-01aa75ed71a1

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