Unser CO2-Fußabdruck

Der Klimavertrag von Paris wird als Meilenstein gefeiert. 196 Staaten haben sich darauf geeinigt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2° C zu begrenzen. Um das zu erreichen müssen wir noch viel tun.

So weit, so gut. Aber was hat das mit einhorn zu tun?

Vor allem die Wirtschaft soll in Zukunft weniger klimaschädliche Gase ausstoßen. Und einhorn ist auch Wirtschaft (neben Feenstaub, Magic und so weiter). Aber wie viele andere Unternehmen auch, müssen wir erst mal verstehen, was für einen Einfluss wir auf die Umwelt haben. Wir haben also unseren CO2-Fußabdruck gemessen. Das heißt: wie viele klimaschädliche Gase während der Herstellung eines einhorn Kondoms entstehen.

Folgende Schritte sind in diese Berechnung* eingeflossen:

  • die Kautschukplantage & Latexaufbereitung
  • die Kondomproduktion
  • einhorn Headquarter & Lager
  • der Transport zwischen den einzelnen Schritten

Warum wir uns (bisher) nur auf die Herstellung konzentrieren:

Bevor jetzt die Kritiker kommen: Wir wissen eine umfassende CO2-Bilanz sollte von Rohstoffgewinnung bis zum Lebensende eines Produkts (also „Cradle-to-Grave“) alle CO2-Emissionen beinhalten. Wir haben uns jetzt aber trotzdem erst mal nur auf die CO2-Emissionen in der Herstellung konzentriert. Warum?

Der CO2-Ausstoß bei euch ist minimal. einhörner müssen ja nicht an Strom angeschlossen oder gekühlt werden. Er variiert außerdem je nachdem, ob ihr die Blümchensex- oder Fifty-Shades-of-Grey-Variante bevorzugt. Das zu messen wurde uns zu kompliziert (und indiskret). Außerdem wissen wir auch nicht, wie ihr die einhörner entsorgt (bitte nicht in der Toilette). Das würde die CO2-Bilanz am Lebensende auch noch mal unterschiedlich beeinflussen. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, nur zu messen, was passiert bis das Kondom bei euch landet.

Und wie fast alles im Leben haben auch Kondome eine CO2-Bilanz

Wir sind bei 9,45g CO2-Äquivalente pro einhorn Kondom gelandet. CO2-Äquivalente schließt alle klimaschädlichen Gase mit ein. Die zwei größten Posten bei unseren einhörnern sind mit 5,99 g pro Kondom die Kondomproduktion und mit 2,97g der Transport von „Richter Rubber“ in Malaysia zu uns. Die genaue Aufschlüsselung sieht so aus.

  1. Die Kautschukplantage & Latexaufbereitung:

Die CO2 Emissionen für die Kautschukplantage und die Latexaufbereitung sind mit zusammen 0,36g CO2-Äquivalente ein kleiner Punkt in der CO2-Bilanz. Die Daten hierfür stammen von GaBi. Die Daten sind hier aggregiert angegeben. Da haben also schon mal schlaue Leute errechnet, wie viel CO2-Äquivalente aufbereiteter Latex von der Plantage bis zur Aufbereitung im Schnitt ausstößt. Der Punkt ist auch deshalb so klein, weil die Kautschukbäume auf der Plantage ja auch CO2 absorbieren und dadurch schon einen Ausgleich leisten. Außerdem wird der Latex in der Aufbereitung „nur“ in Zentrifugen gereinigt. Das ist nicht sehr energieintensiv.

  1. Kondomherstellung

Aus dem aufbereiteten Latex werden dann bei „Richter Rubber“ Kondome hergestellt. Hier kommen große Maschinen zum Einsatz. Deshalb auch der größte Posten in der Bilanz. Die Kondomproduktion ist zwar der größte Teil, aber das Gebäude von „Richter Rubber“ ist bewusst auf Niedrigenergie ausgelegt. Trotzdem wissen wir jetzt aber, wo wir ansetzen müssen, um unsere CO2 Bilanz in den nächsten Jahren zu verringern. Es wäre ein Traum hier z.B. auf Ökostrom umzustellen.

  1. Der Transport in die einhorn Welt:

Hier geht es um den Transport von „Richter Rubber“ zu uns in das einhorn Office nach Berlin. Diesen Posten können wir auf jeden Fall in Zukunft verringern bzw. könnte man sagen, dass wir ihn schon jetzt verringern bzw. am Anfang hier zu viel verbraucht hatten. Ganz einfach aus dem Grund, dass wir die ersten Kondome damals nach der Crowdfunding Kampagne eingeflogen haben und die Bilanz das ganze erste Jahr abbildet. Und Fliegen ist, wie wir alle wissen,aus ökologischer Sicht echt ungeil und das machen wir jetzt auch nicht mehr.

Jetzt wollt ihr sicher noch wissen, warum wir uns damals dafür entschieden haben, die Kondome einfliegen zu lassen: Die Produktion hatte viel länger gedauert als gedacht und unsere Crowdfunding-Supporter hatten schon zu lange auf die Kondome gewartet. Deshalb wollten wir sie nicht weitere sechs Wochen warten lassen. 6 Wochen dauert der Transport zu uns per Schiff im Vergleich zu einer Woche per Flieger.

Insgesamt machen die eingeflogenen Kondome 11%der ganzen Produktion in 2015 aus. Die restlichen Kondome sind per Schiff gekommen. Das als Erklärung, nicht als Ausrede. Wir hätten aber um ehrlich zu sein auch nicht gedacht, dass der Unterschied so riesig ist. Wenn man alles einfliegen würde, wären es – nur für den Transport – 24,42 g CO2-Äquivalente pro Kondom. Wenn man alle per Schiff transportiert hätte, wären es 0,31g CO2-Äquivalente. Wir kommen jetzt mit 11% eingeflogenen und 89% verschifften Kondomen auf 2,97g CO2-Äquivalente pro Kondom für den Transport nach Deutschland. Was lernen wir daraus: Wir planen jetzt besser und alle Kondome kommen nur noch per Schiff.

  1. einhorn Office & Transport zum Kunden

Auch wieder zwei kleinere Posten. 0,01 g CO2-Äquivalente für unser Office. Ist ja auch alles echt klein hier und unser „Lager“ befindet sich noch hier im Büro. Und wir nutzen Naturstrom. Und ja dann kommt noch der Versand zu euch. Der macht 0,12 g CO2-Äquivalente pro Kondom aus. Durch den klimaneutralen Versand der Deutschen Post ist dieser Teil bereits klimaneutral.

Was fangen wir jetzt damit an?

Wir wissen, dass dieser CO2-Fußabdruck noch sehr „oberflächlich“ ist. Er betrachtet nur den direkten Ressourcenfluss, nur bis die einhörner bei euch sind und auch nur den Einfluss auf die Treibhausgase. Es ist der erste Schritt.

Um unseren Einfluss noch besser zu verstehen, arbeiten wir auch gerade noch an einem kompletten Life-Cycle-Assessment eines einhorn Kondoms: also der umfangreichen Analyse, wie unsere Kondome die Umwelt beeinflussen. Das dauert aber ein bisschen länger. Hierzu sammeln wir gerade die notwendigen Daten. Also Geduld liebe einhörner.

Wir wissen jetzt aber immerhin wo die größten Punkte liegen. Das können wir gezielt angehen. Wir haben uns auch überlegt die komplette Produktion zu neutralisieren. Allerdings wollen wir das durch Aufforstung bei der Plantage vor Ort machen. Sodass wir die Auswirkung wirklich gleich bei uns neutralisieren und nicht irgendwo völlig losgelöst von der Plantage. Kennt ihr tolle Aufforstungsprojekte in Malaysia? Immer her damit. Das wäre der Hammer.

Und was heißt das jetzt für euch?

Als super bewusste nachhaltige Crowd wollt ihr natürlich auch euren CO2 Fußabdruck minimieren, oder? Auf das Kondom zu verzichten wäre der falsche Weg, sag ich jetzt völlig eigennützig. Aber vermutlich gebt ihr mir da Recht. Kondome schützen schließlich vor Krankheiten und ungewollter Schwangerschaft. Und unsere Kondome machen auch noch Spaß.:) Hier also ein paar Seiten wie ihr CO2-Emissionen einsparen könnt. WikiHow hat das schön und übersichtlich zusammengeschrieben. Friends of the Earth geht noch ein bisschen mehr in die Tiefe.

http://www.wikihow.com/Reduce-Your-Carbon-Footprint-at-Home

http://www.foe.co.uk/sites/default/files/downloads/50_climate_top_tips.pdf

Ihr habt noch andere Tipps, wie man umweltgerecht Leben kann? Postet es! Wir müssen alle an uns arbeiten, den Klimavertrag von Paris in die Tat umzusetzen.

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Maik. Er hat die CO2-Bilanz für uns erstellt. Das ist mega!

* Für die Geeks unter euch: Wir haben den CO2-Fußabdruck nach bestem Wissen und Gewissen berechnet, aber wollen trotzdem dazu sagen, dass alle Angaben ohne Gewähr zu genießen sind.

Die CO2-Äquivalente wurden nach der IPPC 2013-Methodik berechnet. In die Berechnung der CO2-Bilanz sind bei der Kautschukplantage und der Latexaufbereitung generische Daten geflossen. Das heißt wir haben die Daten von GaBi benutzt. Diese Daten beinhalten alle Input- und Outputdaten. Bei der Kondomproduktion und beim einhorn Office konnten wir auf unsere Daten zurückgreifen. Hier sind aber lediglich die Energieverbrauchsdaten und die Transportdaten mit eingeflossen.

Share this madness:

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.