Agroforstwirtschaft – Trending Tradition

Ganz radom und doch in den Text einführend (hihi):

Was haben denn thailändische Straßen und zukünftige einhorn-Kondome gemeinsam? Sie beinhalten beide thailändischen Kautschuk. Weder Kondome noch Straßen sollen reißen. Und Kautschuk durch seine elastische Eigenschaft ist da sehr hilfreich. Auch wenn der Kautschukbaum ursprünglich nicht aus Thailand kommt, ist er dort also gern gesehen und auch wir haben uns für thailändischen Kautschuk entschieden. Aber wo hat der Kautschuk denn eigentlich seinen Ursprung?

Die Geschichte des Kautschuks in Asien

1876 fanden genau neun Samen von Kautschukbäumen aus Brasilien den Weg über England nach Malaysia. Geschmuggelt vom britischen Abenteurer und Naturforscher Henry Wickham gelangten ca. 70.000 Samen, trotz Exportverbots, von Brasilien nach London. Aus den Samen konnten 2000 Setzlinge in Londoner Gewächshäusern herangezogen werden, von denen es ganze neun Stück wieder nach Malaysia (eine ehemalige britische Kolonie) schafften. Schlechte Ausbeute, traf auf gute Bedingungen: die zarten Pflänzchen schossen in die Höhe. Damit bildeten diese neun Samen den Ursprung für 75% aller heutigen Kautschukbäume weltweit.

Wir sind gerade in der Pilotphase den Kautschuk aus Thailand zu beziehen. Gestartet haben wir mit Kautschuk aus Malaysia. Im Norden Malaysias liegt unsere Partnerplantage, mit der wir  fairstainable Kautschukprojekte gestartet haben. Leider ist diese nun in die Jahre gekommen und tritt bald ihren wohlverdienten Ruhestand an (oder wird abgeholzt? Ooh, wir wissen noch nicht genau was der Plan des Plantagenbesitzers ist). Denn: Kautschukbäume können nur ca. 25-30 Jahre geerntet werden und müssen dann in die Zwangsrente gehen.

Die Besonderheit der thailändischen Bäuer_innen

Schon vor ein paar Jahren haben wir von Kautschukbäuer_innen aus Thailand erfahren, die extrem motiviert sind, nachhaltigen Kautschuk anzubauen. Aus diesem Grund schauen wir uns nun dort nach neuen Partnerplantagen um. Südthailand bietet für Kautschukbäume das perfekte Klima und praktischerweise ist es nicht weit zu Richter Rubber in Malaysia. Denn dort sollen weiterhin unsere Kondome produziert werden.

Südthailand ist super, denn dort beschäftigen sich schon des längeren viele Bauern und Bäuerinnen mit  Agroforstwirtschaft. Agroforstwirtschaft ist kein neues Konzept aber kommt zum Glück wieder in den Trend. Das Herz der thailändischen Bauern und Bäuerinnen, mit welchen wir in Kontakt stehen, schlägt für nachhaltige Landwirtschaft.  Es gibt sogar eine Gruppe die sich die „Menschen die Natur lieben (KonRakPa)“ nennt und ihr Wissen zu nachhaltigem Kautschukanbau untereinander teilen.

Die Bäuerinnen und Bauern in Thailand sind ExpertInnen in ihrem Gebiet. Wir wollen sie dabei unterstützen ihr Wissen in die Welt hinaus zu tragen. Durch die Integration dieses Wissens  in unsere Lieferkette wollen wir auch anderen Unternehmen zeigen, dass es möglich ist, fairstainable Kautschuk zu beziehen.

Warum ist die Idee von Agroforstwirtschaft ausgerechnet in Thailand so verbreitet?

Das Verständnis für Öko wirkt in Thailand größer als in den Nachbarländern. Wahrscheinlich hat dies etwas mit dem Einsatz des ehemaligen König Thailands (Bhumipol) zu tun. Dieser hat sich für eine nachhaltigere Landwirtschaft eingesetzt. Unter anderem war es ihm wichtig, dass die Regenwälder im Land erhalten bleiben. Regenwälder werde leider häufig für Palmöl aber auch Kautschukplantagen abgeholzt. Des Weiteren hat er z.B. auf dem Palastgelände eine Versuchsfarm aufgebaut, das heißt dass hier z.B. geschaut werden kann, welche Pflanzen gut zusammenwachsen.

Na, diese Informationen sind doch umwerfend. Wir gehen nun die Schritte zu einer nachhaltigen Kautschukproduktion in Thailand. Und berichten euch weiterhin, wie das läuft.

für ganz besonders Interessierte:

Leider gibt es weltweit sehr große Preisschwankungen im Kautschuksektor, was es den ArbeiterInnen und BesitzerInnen von Kautschukplantagen sehr schwer macht sich ihr Leben zu finanzieren. Die thailändische Regierung hat nun einen 20 Jahres Plan entwickelt, um die Menschen im Kautschuksektor zu unterstützen. Es soll zum Beispiel eine Intensivierung der Landwirtschaft stattfinden (mehr Ertrag auf gleicher Fläche). Dadurch erhofft sich die thailändische Regierung mehr Profitabilität für die Bauern und Bäuerinnen. Wie nachhaltig das Ganze dann ist und auf Dauer funktioniert, sei mal dahingestellt.

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