Öko-Steps auf der Plantage

Baumreihen

Bio und nachhaltigen Kautschuk einkaufen und daraus dann unsere Kondome produzieren lassen? Cannot-lah, wie man in Malaysia sagen würde. Wie also kommen wir in unserer Fairstainability-Mission dann trotzdem weiter? Genau, wir fahren nach Malaysia und lernen erstmal alles zu Kautschukanbau, um dann erste Maßnahmen umzusetzen.

Grashüpfer

Grashüpfer

Die Bäume stehen in Reih und Glied und dazwischen bedeckt ein wenig Gras den Boden. Das macht es super einfach zwischen den Bäumen entlang zu gehen. Der Rest wird mit Herbiziden weggespritzt. Wenn man sich aber überlegt, dass Malaysia eigentlich Biodiversitäts-Hotspot ist, also Lebensraum für gaaanz viele bunte Tiere und Pflanzen bietet,

sieht es ziemlich eintönig auf der Plantage aus. Letztes Jahr haben ein paar Studis  für uns viele Daten auf unserer Partnerplantage gesammelt.

Aus all den Learnings haben wir dann zwei Ziele abgeleitet.

  1. Den Agrarchemikalieneinsatz (also Herbizide und Dünger) reduzieren und
  2. Den Zwischenwuchs zwischen den Bäumen stehen lassen

Im Frühjahr waren Elisa und ich in Malaysia und haben zusammen mit dem Plantagenbesitzer Mr. Tan besprochen, wie wir die umsetzen können und unter welchen Bedingungen. Wir wollen bei einhorn auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Deswegen können wir nicht einfach nur den ökologischen Aspekt im Blick haben, sondern wollten auch, dass die Arbeiter damit happy sind. Also haben wir sie gefragt, ob sie das cool fänden und was ihre Bedenken wären, wenn zwischen den Baumreihen noch andere Pflanzen wachsen würden. Fatimah hat gesagt, die hätte Angst vor Schlangen, die sich dann in den Büschen verstecken könnten. Und Sundrambal meinte, sie kann dann nicht mehr so schnell von Baum zu Baum gehen um den Latex einzusammeln.

Ameisen

Ameisen

Und was machen wir jetzt?

Da saßen wir in Malaysia und haben uns gefragt, wie wir unsere Ziele mit den Bedenken der Arbeiter unter einen Hut kriegen können. Wir haben Mr. Tan dann ein paar Vorschläge unterbreitet und haben uns nach ein paar Treffen einigen können. Jetzt wird auf der Hälfte der Plantage auf Agrarchemikalien verzichtet. Wir haben gesagt, dass es ein Versuch ist und wir schauen, wie es klappt. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es gar nicht nötig zu spritzen, aber es machen trotzdem alle. Warum? Ein Grund könnte sein, weil das Malaysian Rubber Board das in einem Buch so empfielt. Und wer hat das Buch mit den Tipps rausgebracht? Monsanto. Es sind also ganz schön große Mühlen, gegen die wir zu kämpfen haben.

Dieser Bereich deckt bei weitem unseren Latexbedarf ab. Auch den Bedenken der Arbeiter wollten wir gerecht werden. Der Zwischenwuchs, also die Büsche und Sträucher zwischen den Kautschukreihen, bleibt jetzt nicht stehen, sondern wird mit einer Maschine abgeschnitten.  Dazu wird Mr. Tan extra hemanden einstellen. Wir zahlen dafür eine Prämie, damit das attraktiv für ihn wird. Wer weiß, wenn das gut funktioniert lässt sich das Modell sogar auf die gesamte Plantage ausweiten…Jetzt haben wir im Blick, ob die Latexproduktion der Bäume sich verändert oder die Arbeiter Beschwerden äußern. Wenn der Output zum Beispiel sinken würde, wäre das natürlich blöd, weil ja der Plantagenbesitzer von dem Verkauf des Latexs abhängig ist und davon auch die Arbeiter bezahlen muss.

Next Steps sind: den Wald auf die Plantage zurückzubringen. Im Herbst wollen wir ökologisch wertvolle Pflanzen entlang des Wasserlaufs auf der Plantage pflanzen.

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