Biodiversität und nachhaltiger Kautschukanbau

Warum ist das unser Fokus?

Unser Fairstainability-Fokus liegt auf der Kautschukplantage. Wir glauben, hier den größten Impact erzielen können.

Kautschuk wird in der Regel in Monokulturen angebaut. Das schränkt den Lebensraum für Tiere und Pflanzen ein. Oft werden viele Agrarchemikalien wie Pestizide und Düngemittel eingesetzt und das wirkt sich wiederum negativ auf die lokale Wasserqualität aus.

Durch die  Verwendung von Herbiziden wird die pflanzliche Biodiversität extrem stark reduziert. Die wiederum stellt aber den Ausgangspunkt einer Nahrungspyramide für die tierische Artenvielfalt dar. Problematisch ist auch, dass die Kautschukmonokulturen sehr anfällig für Schädlinge sind.

Die ökologischen Auswirkungen von Kautschuk sind ähnlich wie die von Palmöl, nur dass der Kautschuk vergleichsweise kaum Aufmerksamkeit bekommt. Das wollen wir ändern.

Wie wollen wir das machen?

Es sind noch keine Meister vom Himmel gefallen – und einhörner auch nicht. Ehrlich gesagt, wissen wir noch nicht in allen Details, wie wir unser Ziel von nachhaltig und fair angebautem Kautschuk erreichen wollen. Aber zusammen mit unserem Partner, der Uni Hohenheim, haben wir im Sommer 2016 gemeinsam mit 4 Studierenden ganz viele Daten auf unserer Partnerplantage Kai Sik erhoben:

Welche Pestizide sind schädlich und welche kann man durch natürliche Alternativen ersetzen? Was braucht der Kautschukbaum genau? Wie sieht eine „sinnvolle“ (also nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig) Düngung aus, und wie kann das ökologisch wertvoll sein? Wie stellt man sicher, dass Kautschuk nachhaltig angebaut wird?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie wir unserem Ziel eines nachhaltigen Kautschuks näher kommen. Diese bewegen sich zwischen “ biologisch angebaut“ und „mehr Biodiversität“.

Konkret heißt das Folgendes:

  1. Den Einsatz von Agrarchemikalien reduzieren oder ganz weglassen
  2. Ökologische Aufwertung: Andere ökologisch sinnvolle Pflanzen zwischen den Kautschukbäumen und an den Wasserläufen anpflanzen
  3. Natürliche Vegetation wieder herstellen
Testfläche zu Beginn
Heuschrecke
Ameisenstraße

Und was machen wir?

Gerade testen wir auf der Hälfte der Plantage die Agarchemikalien komplett wegzulassen. Durch die Reduktion von Agrarchemikalien können wir erreichen, dass der Kautschuk biologischer angebaut wird.

Das klingt alles super easy. Noch sind wir aber dabei zu verstehen, warum der Anbau so und nicht anders stattfindet. Wenn seit Generationen Kautschuk konventionell angebaut wurde, gibt es dafür auch Gründe.  Vor Ort in Malaysia haben wir zum Beispiel erfahren, dass die Angst vor Schlangen groß ist, wenn die Zwischenräume zwischen den Bäumen nicht frei bleibt. Deswegen versuchen wir das Weglassen von Agrarchemikalien jetzt erstmal auf der Hälfte der Plantage und entfernen den Zwischenwuchs maschninell.

Gleichzeitig wollen wir die Biodiversität erhöhen, indem wir andere Pflanzen entlang des Wasserlaufs anpflanzen werden und damit Teile der natürlichen Vegetation und wichtige Ökosystemdienstleistungen wieder herstellen wollen.

Und wenn du noch mehr lesen wollt, z.B. warum Biodiversität uns alle etwas angeht, oder über die Komplexität des nachhaltigen Kautschukanbaus – unsere Blogbeiträge.